Einladung zum One-Night-Stand…Reise in die Verbotene Stadt…Teil III

-Von Präriewühlmäusen und Remouladensaucenresten-

Ich hatte mich also auf den Weg gemacht…70km lagen vor mir…Zeit genug um die Sache noch einmal kritisch zu betrachten: ich würde mich in knapp 58 Minuten laut Navi mit einem Mann, mit dem ich vor einigen Wochen lediglich ein Frühstück eingenommen hatte, direkt bei ihm in der Wohnung zum einvernehmlichen Sex treffen. So ein bisschen läuten da schon die Alarmglocken…nun ist es ja aber doch so, dass wir uns zumindest schon einmal getroffen haben. Manche gehen direkt am ersten Abend miteinander ins Bett…aus unterschiedlichen Motiven: Liebe auf den ersten Blick…oder zumindest Lust auf den ersten Blick…weil nichts in der Glotze läuft…man ausserdem vielleicht schon alles abgegrast hat, was der Tinder-Radius so hergibt. Wie schon mal erwähnt ist ein Frühstück die sicherste Zeit für eine erste Begegnung, wenn man nicht in Versuchung kommen möchte gleich miteinander ins Bett zu gehen…manche tun sich auch mit einem ,Nein‘ zu später Stunde und nach mehreren Gin Tonic eher schwer…und bei Tageslicht wird nichts beschönigt. Wir werden eben nun Sex beim zweiten Treffen haben…gut, wir überlassen es nicht dem Zufall…der Drops ist schon gelutscht…von daher meldet sich wohl die Moral von irgendwo ganz hinten. Würde mir eine Freundin einen derartigen Plan unterbreiten, sie bekäme von mir zu hören, dass der Typ sie nur für eine Nacht ausnutzen wird und dann hört sie weitere Wochen nichts mehr von ihm…bis er eben wieder Druck auf dem Schlauch verspürt. Ach ja und er solle gefälligst her kommen zum Vögeln…eine Frau, die für Sex auch noch Tankgeld opfert…wie würdelos. Ich wollte es sportlich sehen…er gefiel mir und manchmal ist der Spatz in der Hand eben besser als die Taube auf dem Dach…sprich: wenn man nicht den Mann ganz mit Herz und Verstand langfristig für sich einnehmen kann, dann sollte man den kurzzeitig heißen nackten Mann aber auch nicht von der Bettkante stoßen…sonst steht man ohne was da. Ich hörte die Lüge in meinen eigenen Worten. Gut, ich bin kein Typ für einmalige Sachen. Wie es nun auch wissenschaftlich bestätigt scheint, gibt es einen ungünstigen Hormon-Cocktail, der mich nach dem Sex emotionale Verbindung verspüren lässt…der unten aufgeführte Beitrag ist äußerst empfehlenswert für Damen, die sich ebenfalls fragen warum sie dem Idioten von letzter Nacht nachtrauern…oder für Hobby-Veterinäre, die sich für das eindrucksvolle Paarungsverhalten der Präriewühlmaus interessieren. Was für eine unglaubliche Parallel-Welt!

https://broadly.vice.com/de/article/59mmzq/wie-du-dein-gehirn-ueberlistest-um-sex-zu-haben-ohne-gefuehle-zu-entwickeln

Allerdings möchte ich hier mal klarstellen dass ich mich bestimmt nicht mit Kokain zudröhnen werde, nur um einen Mann vergessen zu machen.

Aber bleiben wir mal wissenschaftlich: Lukas hatte sich in unseren Nachrichten der letzten 24 Stunden als sexuell äußerst aufgeschlossen erwiesen…ich könnte noch was dazu lernen…dann wäre es so eine Art Exkursion…kein Fick-Date mehr…es gibt auch Menschen, die geben einen Arsch voll Geld für Tantra-Workshops ausgeben, um endlich mal gemeinsam zum Höhepunkt zu kommen. Natürlich kommt man irgendwann vor oder nach dem ersten Treffen auf das Thema Sex zu sprechen…und auch wenn die Versuchung oder die Langeweile groß scheint: bitte erst einmal den Mann in natura sehen, bevor man ihm detailverliebt beschriebt, wie man ihm bald einen blasen will. Das kann nämlich verdammt peinlich werden, wenn der imaginäre Sexgott in Fleisch und Blut übergeht und man sich eigentlich schon zum Begrüßungs-Kuss überwinden muss. Aber früher oder später kommt immer…meist unerwartet aus dem Schreib-Verlauf heraus vom Mann ein ,,Auf was stehst du so im Bett?“…oder ,,Wann hattest du zuletzt Sex?“…was für eine bescheuerte Frage!! Keine Frau der Welt würde darauf ehrlich antworten! Oder wie käme ein ,,Oh, eigentlich erst vorgestern…aber der Typ hat sich danach nicht mehr gemeldet. Also versuche ich ihn zu vergessen, in dem ich ganz schnell hier ’nen Neuen kennen lerne“ so an?

Würde man den sexuellen Lebenslauf jeden Mannes direkt für bare Münze nehmen, es wären durch die Bank durch nur noch Sexgötter mit prachtvollen Schwänzen am Start. Nur selbstlose Athleten, deren Goldmedaille die vollends befriedigte Frau bedeutet…er selbst stellt sich dabei komplett in den Hintergrund. „Bei mir kommt jede Frau“….ist so ein langweiliger  Standardsatz….die herausragendeste Visitenkarte war mal: „Ich bin so gut, meine Freundin bat mich, es wiederum ihrer Freundin zu besorgen, weil die schon lange keinen Sex mehr gehabt hätte.“

Immerhin hatte ich schon mal ein Foto seines besten Stückes gesehen…von daher sollte es schon mal keine böse Überraschung geben. Dachte ich noch so….dann unterbrach mich mein Navi…Stau in Kürze! What?!? Das geht jetzt nicht! Ich wollte in einer Stunde ausgezogen in seinem Bett liegen….Unfall, fuck…also für alle Beteiligten. Und dann hieß es auch schon anhalten. Ich begann mich umzusehen, was so in den Autos um mich herum los war. Ich mache das gerne…auch an Ampeln…Leute beobachten…ein wenig Einblick in ihren Moment bekommen, oder ich stelle mir vor, wie sie so sein könnten…das mache ich seit dem ich selbst mal weinend am Steuer saß (weil mir irgendwie alles zu viel war gerade). Ich weinte bittere Tränen (hilft mir aber auch Stress abzubauen)…an einer roten Ampel blickte ich kurz nach rechts und konnte sehen, wie mich eine Frau mitfühlend ansah. Was dachte sie wohl, als sie mich so dermaßen heulen sah? Wahrscheinlich dass ich gerade erfahren habe binnen der nächsten sechs Monate zu sterben, oder dass mich mein Mann verlassen hat…..oder ein lieber Mensch gestorben ist. Seit diesem Erlebniss frage ich mich oft, was sich unmittelbar in meiner Umgebung abspielt…denn auch wenn wir scheinbar alleine sind, befinden wir uns doch inmitten von anderen Persönlichkeiten und deren Geschichten.

Welche Päckchen führen wohl die anderen Autofahrer mit sich, die nun schon 20 Minuten mit mir am selben Fleck stehen? Jene die nicht in Begleitung unterwegs sind nutzen den ungewollten Stillstand um selbst einmal zum Stehen zu kommen. Meist sieht man ihnen an, dass sie intensiv an etwas denken….starrer Blick, wenig Lidschläge…Sorgen? Lange Autofahrten regen aufgrund mangelnder Alternativen zum Nachdenken an. Oft beobachte ich bei Paaren, dass die Frau als Beifahrerin sehr niedergeschlagen dreinblickt…liegt es daran, dass die beiden sehr früh aufstehen mussten um es von Kiel (Kennzeichen verraten viel…es gibt Orte da scheint alles übel zu sein, denn die Autofahrer sehen grundsätzlich unglücklicher aus als die mit anderen Kennzeichen.. wer beispielsweise einen glücklichen Dürener im Verkehr enrdeckt, der sollte sich nicht täuschen lassen: er folgt vielleicht nur einem Mietwagen von Hertz) bis hierher zu schaffen oder daran, dass sie mehr und mehr eine Aggressivität in sich aufsteigen spürt, wenn sie mit ihrem Partner auf engem Raum Zeit verbringen muss….und das schon länger?

Plötzlich stieg ein komisches Gefühl in mir auf…nur seine Herkunft konnte ich noch nicht lokalisieren. Aufgeregt war ich ja eh schon…hatte ich nun doch Hemmungen? Hielt der Stau mich gefangen, damit ich die ganze Aktion doch noch mal überdenken sollte? Nein….denn mein Magen meldete sich plötzlich vehementer: ich hatte unglaublichen Hunger. Vor lauter Vorbereitungen hatte ich komplett vergessen irgendwas zu essen. Und jetzt sank mein Blutzuckerspiegel rapide ab…so war ich nicht zu ausdauernden sexuellen Handlungen fähig….und da ich vermeiden wollte, gleich bei ihm mit den Worten „Was hast du denn so an Essen gebunkert?“ einzufallen, musste ich schnell handeln.

Es tat sich in unmittelbarer Nähe zum Glück eine Oase in Form eines Rasthofes auf. Nur noch wenige hundert Meter schleichen, dann konnte ich dem übelst zähen Verkehrsfluss erst einmal entrinnen….leider war ich nicht die zeigen, die eine Pause vom Stau einlegte….alle waren da.

Nachdem ich endlich einen Parkplatz hatte, ging’s erst einmal aufs überfüllte Bezahl-Klo (Frau ist eine Göttin, daher geht sie natürlich niemals nach einer langen Autofahrt direkt erstmal beim Mann pinkeln)…..dann ergatterte ich an der SB-Theke eines der letzten belegten Brötchen…schamlos überteuert natürlich…auf den Belag achtete ich gar nicht und ging damit zum Auto. Eine Scheibe Pute und ein gefühltes halbes Pfund Remouladensauce. Normalerweise würde ich so etwas niemals freiwillig essen, aber der Hunger trieb es in mich rein. Nach drei Bissen verlor ich die Kontrolle über dieses glitschige Ding und die Sauce suppte heraus…und tropfte direkt zwischen meine nackten Schenkel, kurz unterhalb der Rockkante…Iiiiehhhh, wie widerlich…die ganze Reinigungsprozedur war für die Katz‘. Ich wollte umgehend duschen…was natürlich nicht möglich war. Also musste ein Hände-Desinfektionstuch erstmal für ein besseres Gefühl sorgen.

Die einzige Aufmunterung in dieser Krise war der beinahe vollständig aufgelöste Stau…es dümpelte, dann rollte es plötzlich wieder flüssig.

„Ich bin jetzt zuhause und kann es kaum erwarten dich auszuziehen!“ las ich auf meinem Handy-Display……ok, jetzt lief es wieder…20 Minuten später verließ ich die Autobahn endgültig…..froh über meine Stunde Puffer für etwaige Notfälle, zuhause hätte ich es eh nicht länger ausgehalten.

Eine hübsche Gegend…ländliche Erscheinung, aber doch sehr zentral….mit U-Bahn-Anschluss!

Kurze Zeit später stand ich vor einem Altbau und suchte seinen Namen auf dem Klingelschild (manchen fällt in solchen Momenten erstmals auf, bisher nie den Nachnamen erfragt zu haben). Ich zögerte einen Augenblick, holte Luft…und betätigte den Knopf…der Türöffner wurde betätigt…ich stand im Treppenhaus. Jetzt nur nicht mit dem Übernachtungsgepäck die Treppen hochstürzen!

Ich musste in den ersten Stock…

Da stand er…noch attraktiver als beim Frühstück vor mittlerweile sechs Wochen…Wir umarmten uns kurz, denn schließlich hatte es bisher noch keinen Kuss gegeben, also fiel das zur Begrüßung weg.

Ich bekam eine kurze Führung durch die Wohnung. „Hier ist mein Schlafzimmer…aber das siehst du ja gleich eh…“, sagte er mit einem süffisanten Grinsen…Wow, und ich dachte echt mal, der sei schüchtern!

„Willst du was trinken?“….„Sehr gerne! Irgendwas Hartes!!“ Ich brauchte dringend was Starkes um ein wenig Ruhe und Gelassenheit ins Spiel zu bringen. Er servierte Gin Tonic und ich versuchte möglichst schnell genug davon zu kriegen, um lockerer zu werden. Eigentlich hasse ich es, sich mit einem Mann vor den Fernseher zu setzen…man will knutschen und keiner traut sich, und so schaut man stundenlang irgendeinen Scheiss an. Aber heute sollte es anders laufen: bereits nach wenigen Minuten nahm er mir das Glas aus der Hand und begann mich direkt leidenschaftlich zu küssen….und das konnte er schon mal richtig gut. Es machte uns so viel Spaß, dass ich ihm auch etwas heftiger an den Lippen knabberte….dann führte er mich mit einem vielsagenden Blick ins Schlafzimmer…

Er schob mir den Lederrock etwas nach oben und leckte über die Innenseite meines Oberschenkels….„Was schmeckt da so lecker würzig?“

Scheisse, ihm war ein Überbleibsel Remouladensauce untergekommen!!!

FORTSETZUNG FOLGT……

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