Der Komiker…Spaß ist es erst wenn beide lachen (Teil III)

Was will man über ein erstes Date sagen, bei dem einer von beiden offensichtlich zu kämpfen hat, den Abend einigermaßen zu überstehen weil er unübersehbar von einer Grippe gezeichnet ist?!😪🤒

Nun…man zieht es eben durch…Eher sachlich als locker…eher Fakten sammeln statt gewitzte Konversation…eher stochern im Essen, weil krankheitsbedingt die Geschmacksnerven ausgebremst sind. Und für eine Frau ist es immer sachdienlich zu wissen, wie sich die ein Typ im Krankheitsfall verhält: Mann oder Maus??

Dass er mir nicht abgesagt hat zeugt schon mal von Kampfgeist. Der ein oder andere Kollege hätte sich von solch Schwäche gezeichnet nicht unter Leute begeben…von uns Frauen ganz zu schweigen…weil man nun mal scheisse aussieht, wenn sich sämtliche Schleusen des Körpers auftun. Wir überlegen ja schon, ein Date wegen eines schwierig zu kaschierenden Pickels unter dem Vorwand eines schlimmeren Ereignisses zu stornieren.

Der rote Mann trug wohl gerne Kopfbedeckungen…meist Baseball-Caps, war knapp über 1,80m und obwohl nebenberuflich Comedian eben heute mal weniger zu Scherzen aufgelegt…er erinnerte mich an den rotbärtigen Wildling aus Game of Thrones…nur lebte der nicht von seiner Ehefrau getrennt. Aber an sowas bin ich mittlerweile gewöhnt…Männer Anfang 40 sind nun mal oft noch verheiratet…ich ergreife nur die Flucht, wenn ich die Vermutung oder Sicherheit habe, dass die räumliche Trennung noch nicht vollzogen wurde. Meist weiß die Ehefrau nämlich noch gar nichts davon, dass die Scheidung „unmittelbar bevorsteht, echt!“ und sucht beim Inneneinrichter ihres Vertrauens ganz gelassen die neuen Vorhänge für die nächsten 15 Jahre im trauten Heim aus, während der Gatte eine stattliche Anzahl von Dates abarbeitet.

Nach zwei Stunden bat er mich nach Hause zu dürfen 😬

Ich nahm es nicht persönlich…es ging ihm sichtlich schlecht…jeder zweite Satz wurde durch den Griff zum Taschentuch unterbrochen.

Wir verabschiedeten uns aus einer gewissen Distanz um einer Virenübertragung möglichst wenig Spielraum zu lassen.

Es war natürlich alles jetzt nicht überwältigend unter den gegeben Umständen, aber ich mochte ihn auf Anhieb und wollte ihn auch bald wieder sehen…..

Wir hatten die nächsten Tage eine Dauer-Standleitung: Telefonieren, WhatsApp und dazu Sprachnachrichten. Es war unterhaltsam, lustig und er gab mir seine volle Aufmerksamkeit…was sich immer echt gut anfühlt. Wenn Männer sich erst einmal anfangs selbst nicht in den Vordergrund drängen und der Frau das Gefühl vermitteln, sie sei für ihn jetzt das Maß aller Dinge und er wolle alles über sie wissen…an ihr teilhaben dürfen…das schmeichelt natürlich und so kann er ordentlich Pluspunkte scheffeln.

Er lud mich zu einem Auftritt von sich ein…für das kommende Wochenende…in der Verbotenen Stadt. Es passierte also: ich würde zurückkehren. Schon nach wenigen Monaten. Wahrscheinlich wäre es nicht wunderlich, wenn die Welt nicht nur klein, sondern an dem Abend sogar so scheisse klein werden würde, dass Lukas mit neuer Begleitung auch dort auftauchen würde.

Freitags fuhr ich los…ich stand auf der Gästeliste. Als ich die Adresse ins Navi eingab stand für mich fest, jeden Umweg in Kauf zu nehmen, um nicht an der „alten Adresse“ vorbei zu müssen. Das Gute an Affären ist wohl, dass man nicht viel von der Stadt des Lovers gezeigt bekommt außerhalb des Schlafzimmers und so konnte ich auf der Fahrt mitten durch die Stadt sicher sein, keine Stationen gemeinsamer Unternehmungen wiederzusehen, um auf irgendeine Art melancholisch werden zu können.

Lediglich die Location war genau gegenüber seinem Arbeitgeber…und das war nicht mal mehr aktuell. Er hatte schon gekündigt und die drei vollen Monate Freizeit bis zum Antritt des neuen Jobs wollte er mit Reisen aller Art verbringen…wahrscheinlich mit der Neuen….nun ja, dieser Gedanke versetze mir wohl doch einen kleinen Stich. Wahrscheinlich kümmerte es ihn gerade null…irgendwo auf der Welt, wo er nun war, dass ich hier in seiner Homebase herumschwirrte…und auch das Motiv würde ihn wohl wenig beeindrucken, denn er war sicher glücklich wo er war…und mit seiner Begleitung. Seufz.

Ich betrat den Veranstaltungsbereich und erspähte die Frau „an der Tür“ mit Klemmbrett. Noch ehe ich meinen vollständigen Namen und “ auf der Gästeliste“ sagen konnte, bewegte sich der schwarze Vorhang, hinter dem sich wohl alles abspielte zur Seite und da stand der Komiker. Er lächelte offenherzig als er mich sah…er hatte eindeutig freudig auf mich gewartet…daran ließ sein Blick kein Zweifel…Ich versuchte meine Gefühle und Gedanken zu ergründen und erfühlen, als er nun zum zweiten Mal vor mir stand. Was passiert in mir, wenn ich in mich reinhöre? Irgendwie nicht so viel wie ich mir erhofft hatte, stellte ich enttäuscht fest. Vielleicht war der Ort einfach nicht neutral genug?

Der Abend war wirklich lustig…neben ihm traten noch drei weitere Künstler auf und hätte ich ihn bezahlen müssen, der Abend wäre den Eintritt wert gewesen…auch stellte ich zu Beginn erleichtert fest, dass ich niemanden kannte.

Wir gingen danach mit dem ganzen Ensemble noch was essen…ich bemerkte, dass ich mich sehr wohl bei ihm fühlte. Seine Gesellschaft tat gut.

Aber gegen 0.00 Uhr wollte ich mich langsam auf den Heimweg machen.

Er : ,,Kannst du mich vielleicht nach Hause fahren?“

– 💭 was?? Ich kann dich nicht nach Hause fahren…du wohnst in der Forbidden Area?!!!💭

,,Äh ja klar….bist du nicht mit dem Auto da?“

Er : ,,Äh nein…bin mit der Straßenbahn hier…wäre das ok?“

Natürlich war das ok. Manchmal muss man sich den Dingen eben stellen.

Ich ließ mich von ihm lotsen und bald standen wir vor seiner Haustüre. Nun ergriff mich ein Gedanke, für den ich noch keine Zeit gefunden hatte: wollte er mich jetzt mit nach oben nehmen??

Wir redeten noch eine Ewigkeit und irgendwie schienen beide drauf zu warten, dass der andere den ersten Schritt machte. Na gut, dachte ich…küss‘ ihn einfach und schau‘ was passiert….gesagt getan…ich kam nah auf ihn zu und drückte ihm einfach meine Lippen auf seine (auf).

Und plötzlich wurde es hektisch: er ergriff die Flucht…ein kurzes „Ok-vielen-Dank-gute-Fahrt-und-gute-Nacht“ schon war er raus aus dem Auto und schon war er im Haus verschwunden…das letzte was ich sehen konnte war wie das Licht im Treppenhaus anging und eine Silhouette nach oben eilte.

😳

Ääääh okkkay…. ich war: irritiert? geschockt?

Ich beschloss ebenso in Panik zu verfallen, startete das Fluchtauto und fuhr los (ohne quietschende Reifen)…

Vorbei an Häuserzeilen, die mir von der Architektur verrieten, dass ich ganz nah an IHM dran war….irgendwann endlich auf dem Weg zur Autobahn und dort angekommen: Vollgas!

Was ist nur los mit den Männern hier???

Fortsetzung folgt natürlich…!

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2 Gedanken zu „Der Komiker…Spaß ist es erst wenn beide lachen (Teil III)“

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