Der Komiker…am Anfang ist es immer noch lustig (Teil V)

Nach dem misslungenen Kuss-Versuch stand für mich eines fest: ich steige auf kein Pferd mehr, das mich mal abgeworfen hat! Soll heißen: wenn wir uns beim nächsten Date näher kommen, dann kommt keine Initiative von meiner Seite…also erstmal. Aber das müsste ihm auch eigentlich selbst klar sein. Der Federhandschuh lag direkt vor seinen Füßen…und er schien sogar schon zu ticken (was ja sonst nie passiert…klar). Soll heißen: es war Eile geboten, diese seltsame Spannung, die ja nun mal entstanden war, irgendwie abzubauen. Ich konnte mich eigentlich zurücklehnen, da ich definitiv nicht am Zug war. Er musste nur gut mit der Herausforderung umgehen können…da ich das nicht sicher sagen konnte, beschloss ich vorerst nicht allzu relaxed zu sein.

Es kam der Tag, es kam die Gelegenheit…Kochen bei mir…und aufgrund der Entfernung plus geplantem Alkohol war dann irgendwie auch schnell klar, dass die Zahnbürste mitkam. Übernachtungsbesuche verlaufen in der Regel selten unschuldig, wenn man sich halbwegs anziehend findet.

Wichtige Regeln beim Kochen anlässlich eines Dates:

– nichts was die ganze Bude nach Essen riechen lässt (fette Frikadellen,Bratkartoffeln o.ä.)

– keine rohen Zwiebeln, und auch wenn es beide Essen-kein Knoblauch !!

– nichts Blähendes (fatal war mal ein Essen, bei dem Hauptessen nebst Beilage quasi nur aus Linsen bestand…keiner will sich danach mehr ausziehen…nicht mal mehr locker atmen, aus lauter Angst vor entweichenden Winden)

– schon während des Kochens Alkohol trinken !

– nichts Zeitaufwendiges! Schließlich steht das Essen nicht im Mittelpunkt sondern ist höchstens Mittel zum Zweck!

– alles gut durchgaren…keine Experimente mit rohen Lebensmitteln (Eier, Tatar, Fisch….wenn das Carpaccio-Fleisch doch vom Vortag war, könnte es für beide unschön werden und niemand braucht zum Auftakt eine gemeinsame Nacht mit Lebensmittelvergiftung)

Ich kenne die Geschichte eines Paares, das sich auch übers Internet kennengelernt hat…man lebte in großer Entfernung zueinander und schrieb sich über einen langen Zeitraum…irgendwann reiste sie zu ihm für ein Wochenende…im Gepäck dabei hatte sie nichtsahnend einen schlimmen Magen-Darm-Virus…Über eine Woche lag sie bei ihm flach…er pflegte sie…leerte regelmäßig Eimer, gab ihr seine T-Shirts zum wechseln, kaufte ihr Unterwäsche, kochte für sie nach seiner Arbeit…der absolute Horror um sich kennenzulernen…ABER: sie sind zusammengeblieben und immer noch glücklich! Das fiel mir jetzt eben wieder ein…beim Thema „Date mit Übergeben“

– nichts Schweres kochen…man möchte sich eventuell ja noch körperlich betätigen und sich nicht nur den Bauch reiben nach zu viel Schweinshaxe…

Also es gab eine leichte Pasta mit Cocktailtomaten, denn die sind unkompliziert und tun einem nichts in den folgenden Stunden.

Es folgte ein Filmabend…einer dieser Abende, die irgendwie echt zäh verlaufen, weil jeder auf den ersten Schritt des Anderen wartet. Ob 16 oder 36 Jahre…daran scheint sich nie was zu ändern.

Ich wollte mich ja eh Jungfrauen-gleich zurückhalten.

Doch irgendwann kommt er dann doch, der magische Moment, in dem sich beim Gegenüber noch kurz die Pupillen für eine Sekunde weiten und man sich dann nähert. Aufgrund der BarthaarHärte und Dichte wirklich auch eher langsam…aber er tat es…ich konnte das Wachs im Bart riechen…es roch angenehm vertraut…wie eine Pflegelinie, die ich auch benutze: was aus der Naturkosmetik…mit schier unnatürlichen Preisen. Mit solch gehegten&gepflegten Bärten hatte ich bisher noch keinen Kontakt, aber den hier mochte ich sehr…und auch seine Zunge, die mich mittlerweile suchte, während er mich während des Kusses näher an sich zog. Ich konnte es genießen…nicht nur weil er küssen konnte….sondern weil der „Fluch des ersten Kusses“ verflogen war. Was nicht heißen soll, dass es nun reibungslos vorwärts ging….

Knutscht man erst einmal in der eigenen heimeligen Privatsphäre, so fällt ziemlich schnell die ein oder andere Hemmung…und Vorsätze, wie weit man gehen wollte für heute, werden spontan noch einmal überarbeitet.

Ich steh ja für meinen Teil echt drauf, dem Mann frontal auf dem Schoß zu sitzen, die Beine auf dem Sofa in meine Richtung angewinkelt…schon während man auf „ihn steigt“ wandern seine Hände automatisch auf den Hintern…so nahe kann man am besten miteinander „rummachen“…und die Frau kann so am besten spüren, ob der Mann auch richtig Lust hat…schließlich sitzt man quasi genau da wo’s abgeht.

Da eine Übernachtung eh geplant war, ist der Satz „komm, wir gehen ins Bett“ eine irgendwann durchaus angebrachte Einladung.

Und so landeten wir eben auch genau dort…das Zähneputzen vor dem Zubettgehen wurde auf später vertagt, ebenso die Verteilung der Bettseite.

Wir zogen uns nach und nach aus…und eine Sache fiel mir direkt auf: irgendwie blieb er ziemlich „weich“….so was irritiert…eigentlich sind Männer ja eher genau an dieser Stelle an dem Punkt höchster Erregung…hm…mit Dirty Harry neulich war es ja auch an dem Punkt gescheitert.

Irgendwie wollte es nicht so recht klappen…wir hatten zwar Sex und ich empfand ihn für mich auch erfüllend, weil ich bei einem ersten Mal eben immer sehr sensibel auf neue Berührungen reagiere…diese Aufregung und das Unbekannte…da komme ich schnell in Stimmung….erst mit der Zeit stellt sich für mich heraus, ob ich es wirklich mit einem talentierten Liebhaber zu tun habe.

Doch plötzlich hörte er auf…es ging nichts mehr bei ihm…wir kuschelten daraufhin und redeten noch eine Weile…nicht über den irgendwie „unvollendeten Akt“…ich schob es auf seine Nervosität…ich wollte nicht dran denken, dass es was mit mir zu tun haben könnte…waren wir zu schnell? Schon mein Kussversuch…oder eher die Kussattacke hatten ihn in Panik versetzt.

Ich lag noch lange wach…während er schon schlief (Männer können das immer, egal was vorher war)…und dachte nach…und irgendwann landeten meine Gedanken bei dem Mann, mit dem ich so fantastischen Sex gehabt hatte und zu dem ich mich so hingezogen fühlte, wie zu kaum einem anderen Mann….Lukas, der ebenfalls aus Stuttgart kam…der so unerreichbar für mich geworden war….

dann zwang ich mich, wieder an etwas anderes zu denken….„presse ich morgen früh Orangen aus oder nehme ich den Rest Saft aus der Tüte?…zum schlechten Bäcker gegenüber oder lieber Auto nehmen um die guten Croissants aus dem Viertel nebenan zu besorgen?…lieber das noch offene MarmeladenGlas mit möglichen Butter-und Krümelresten oder besser gleich ein Neues?……..ob er wirklich eine Freundin hat? Denkt er auch manchmal an mich, wenn sie neben ihm im Bett schläft?……….“

Fortsetzung kommt…!

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