Mama hat ein Date

Das Internet ist für Mütter irre wichtig um Männer kennenzulernen. Keiner spricht eine Frau an, die ein Kind an der Hand hinter sich herzieht. Ein Kind bedeutet Familie und zu der gehört gewöhnlich ein Papa. Mama wird im Regelfall mit Papa zusammenleben und möchte daher nicht von fremden Männern angesprochen werden. Mütter werden in ihrem Alltag schlichtweg als mögliche Singles übersehen. Gut…ich würde auch keinen Vater mit Kind im Supermarkt ansprechen. Im Internet werde ich erst einmal nur als Frau wahrgenommen, nicht als Mum…ich kann selbst entscheiden, wann ich dann mein Kind ins Spiel bringe. Ganz übel finde ich es, wenn man die Bilder seiner Kinder mit ins Profil setzt…und das nicht nur im Ansatz. Es reicht doch, frühzeitig zu erwähnen, dass man eben kleine Anhängsel hat, dafür muss man doch nicht deren Privatsphäre auflösen?!

Manchmal werde ich gefragt ob ich einem Mann direkt zu Beginn der Kontaktaufnahme verklickere dass ich ein Kind habe, oder ob ich das eher verschweige.

Natürlich halte ich diese wirklich wichtige Information nicht zurück. Dafür ist sie zu elementar. Nach einmaliger Erfahrung erst einmal nichts zu erwähnen habe ich schnell gemerkt, dass es echt heftig schwer ist, so eine Bombe nachzulegen. Du findest den Absprung nicht mehr und je später du den Zeitpunkt dann wählst, um so dümmer ist es für beide. Man kann eine Katze vielleicht eine Weile verschweigen…aber das Kind…das ist wie lügen. Es fühlt sich zumindest so mies an.

Ich erwähne es immer direkt in den ersten paar Nachrichten…dann kann er überlegen, ob er es mit einer Mutter aufnehmen möchte. Bei der einen Ausnahme habe ich es Markus in einer völlig überfüllten Bar erzählt…was als Location gar nicht mal so schlecht gewählt war, denn er sah mich an, als hätte ich ihm das Ende der Welt vorausgesagt….und zwar für morgen! In der dichten Menge hätte er gar nicht umfallen können…aber zwischenzeitlich sah es so als, als würde er in Schieflage geraten. Es war dumm. Wenigstens am Anfang kann man doch in allem ehrlich sein.

Wenn man jetzt nicht gerade Anfang/Mitte 20 ist, wo die Themen noch leicht und fluffig sind, wie z.B ,,Was studierst du…? Wohnst du allein oder in einer WG (hoffentlich nicht, denn ich wohne schon in einer)?…worauf stehst du so beim Ausgehen?…Lieblingsclub?“ sondern eher Ende 30 wie ich, dann werden die Themen etwas ernster und verlieren an Leichtigkeit. Zuallererst klärt man den Beziehungsstatus…ledig, verheiratet, geschieden, getrennt lebend?…danach ob Kinder vorhanden sind…plus die Anzahl, Verteilung der Geschlechter, Alter. Im schlimmsten Fall leben beide noch zusammen, man sei sich aber einig sich zu trennen…natürlich verheiratet…dann darf man davon ausgehen, dass die Gattin noch nicht davon in Kenntnis gesetzt wurde, dass sich der scheinbar treue Ehemann bereits anderweitig orientiert. Wenn man auf Drama steht, kann bei so einer Konstellation viel erlebt werden…hatte ich auch schon mal. Im schlimmsten Fall zieht zu einem viel zu frühen Zeitpunkt in einer Beziehung ein verheirateter Ehemann bei einem ein, der von der Frau vor die Tür gesetzt wurde, nachdem sie seinen wahren Aufenthaltsort gecheckt hat, wenn er vorgab arbeitsbedingt unterwegs zu sein.

Ich bevorzuge natürlich ledige Männer…geschieden oder im Trennungsjahr geht aber auch. Dann weiß man, dass sie zu etwas Langfristigem bereit sind. Kinder sind willkommen, wenn sie sich einer neuen Freundin ihres Papas aufgeschlossen zeigen. Ich habe nichts gegen Patchwork…ich bin fast 38 Jahre alt und kann ziemlich sicher sagen, kein weiteres Kind mehr haben zu wollen. Eigentlich aus purem Egoismus : ich will nachts nicht mehr aufstehen, kann keine Babykost mehr sehen, will arbeiten und meinen Körper in einem kritischen Stadium kurz vor der VIER NULL nicht vorzeitig ruinieren..so einfach ist das. Ich begrüße aber süße Nachkommen meines potentiellen neuen hübschen Partners mit offenen Armen…wenn sie mich mögen, natürlich. Ausserdem kann ich meinen Sohn ja auf die Art vergesellschaften. Das wäre toll, denn von einer richtigen Familie träume ich ja schon…und ich bin ja auch noch ledig…irgendwie möchte ich dann ja auch mal heiraten…oder zumindest mal nett gefragt werden.

Meinem Sohn habe ich bisher noch kein Date vorgestellt. Er kennt mich nur mit seinem Vater…und die Erinnerung verblasst, denn er war knapp drei als wir gegangen sind. Wenn ein langfristiger Partner kommt, also ein Mann neben ihm, bin ich gespannt wie er es aufnehmen wird…ob er Mama teilen kann. Ich denke im Austausch gegen ein bisschen Fußball-Gekicke im Hof und ein Eis an der Ecke ginge das in Ordung. Sprich: mit ein wenig Zuwendung durch den neuen Mann könnte es klappen. Ich bin gespannt. Aber überstürzen will ich das auf keinen Fall. Denke, nichts verwirrt Kinder mehr als dass häufiger ein neuer Mann aus Mamas Schlafzimmer kommt.

Um das Thema etwas lockerer anzugehen, bzw. einem Interessenten mitzuteilen, dass man eben jemanden mitbringt, lotse ich das Thema in eine etwas befremdlichere Richtung, indem ich von einem Mitbewohner spreche. Bei solch einer Vorstellung fühlen sich Männer meist nicht mehr wohl. Sie lebt in einer WG?? Mit mindestens einem Mann?! Mit 37? Was stimmt da nicht? Kommune? Obwohl an dem Punkt ja noch über Textnachrichten kommuniziert wird, spürt man das Stocken im Redefluss. Dann löse ich auf…mein Mitbewohner sei knapp einen Meter groß und vier Jahre alt…und tatsächlich spürt man eine Erleichterung. Also erst schocken und dann zum ,,kleineren Übel“ runterfahren…..und wenn dein Kind für einen Mann kein Problem darstellt, dann ist das ja immer schon ein Indiz für ernste Absichten.

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In fremden Betten…Erwachen in der Verbotenen Stadt (Teil IV)

Nein…er hatte mir kein Überbleibsel Remouladensauce vom Schenkel geleckt!

Ich war unnötig kurzfristig in Panik geraten…hatte mich glücklicherweise mit zig Schichten duftender Essenzen einbalsamiert in meiner Aufregung, dass ich mir quasi eine Art Versiegelung, ähnlich der einer Auto-Premium-Wäsche (inklusive Heisswachs) verpasst hab. Die Sauce ist also von mir abgeperlt und er hatte lediglich Lotion auf der Zunge geschmeckt. Das wäre mir sonst peinlich gewesen: ich will Bauchnabel abwärts nicht das Aroma von deftigen Gürkchen verbreiten.

Eigentlich bin ich kein Fan von erstem gemeinsamen Sex…ich bin sehr aufgeregt, wenn mich der Mann von Anfang an umhaut…ausserdem sind da so gewisse Spannungen und Fragen die noch im Raum stehen: sich das erste Mal nackt zeigen (ich lasse gerne den BH an, da weiß ich dass alles in jeder Situation an seinem Platz bleibt), die Sache mit der Verhütung (wann sollte man das Kondom mal ansprechen?), macht er auch was ich wirklich mag oder muss ich ihm alles erst einmal erklären? Beim zweiten Mal bin ich entspannter. Dann kann ich mich auch schon richtig darauf freuen.

Nun, er wusste von Anfang an was ich gern hatte. Es war die Art von Sex, die mich spontan Liebe verspüren ließ…was natürlich echt scheisse ist, wenn man nicht weiß ob es weitergeht. Ich fuhr ihm immer wider durch die schönen dunklen Haare…streifte über seinen sportlichen Köper…er hatte keine Brusthaare, dafür viel Muttermale…aber die störten mich nicht…er verstand es, sich auf eine Frau einzulassen und obwohl ich sehr nervös war, weil ich mich einfach gut präsentieren wollte, konnte ich es genießen. Als wir miteinander schliefen und er auf mir lag, pendelte ein silbernes Kreuz, dass er an einer Kette trug ständig vor meiner Nase…Kruzifixe machen mich sonst nicht nervös…aber beim Sex hatte ich jetzt das Gefühl, da steckte irgendeine Bedeutung dahinter…aber deren Analyse verschob ich auf später. Der Sex war wie der perfekte Paartanz: eine glatte 10-Punkte-Wertung bei Let’s Dance…inklusive der von Llambi…also eine Sensation. Vielleicht lag es an der guten Vorarbeit…wir hatten ja in vielen Nachrichten schon ziemlich detailverliebt beschrieben, was wir so miteinander machen wollten und an das Konzept haben wir uns gut gehalten. Manchmal läuft es eben von alleine. Ich finde es auch sehr höflich, wenn man sich beim Sex nicht anschweigt…man sollte dem Mann auch ruhig sagen, wenn sich etwas gut anfühlt…oder wenn er den Finger gern mal genau da auflegen könnte…vielleicht ist hier und da mal etwas Überwindung nötig um den Mund aufzumachen, aber mir macht es Spass und die Männer finden es toll, wenn man sie auch mal ein wenig anfeuert…verständlich. Zumindest kann der Blickkontakt mal gesucht werden wenn man ineinander verschlungen ist…ein genussvolles Lächeln von beiden finde ich oft schon heiss genug.

Ich blieb aufgrund der Strecke über Nacht. Es gab nach dem Sex keine weiteren Streicheleinheiten. Er meinte sogar, dass sei generell nicht so sein Ding…kuscheln..auch bei seiner Ex-Frau war das schon so. Das war erst mal ok für mich…manchmal bin ich auch nicht empfänglich für Berührungen, die nicht auf einen Orgasmus zusteuern.

Nun würde ich nicht sagen, dass ich auch bei ihm geschlafen habe. In dieser Nacht habe ich kein Auge zugemacht. So oder so bin ich schon kein guter Auswärtsschläfer und wenn ich dann nicht weiß wie der Mann neben mir künftig zu mir stehen wird, ist an Schlaf gar nicht mehr zu denken. So lag ich also wach…wenigstens hatte ich mein eigenes Kissen, ein wenig Gewohntes in der Fremde. Männer fallen ja generell 90 Sekunden nach dem Beischlaf ins Koma. Die scheinen sich die Frage wie es nun weitergeht erst am Folgetag zu stellen…beneidenswerte Fähigkeit. Ich schaute auf mein Handy….in exakt 5 Stunden würde ich mit ihm aufstehen (kann noch schlechter schlafen wenn ich weiß, dass die Nacht eh schon kurz ist). Früher hat man sich geküsst und war automatisch ein Paar. Das hat heute keine Aussagekraft mehr. Draußen hörte ich wie erst der Bäcker beliefert wurde…dann kam die schwäbische Müllabfuhr…und neben mir lag der hübsche Mann, für den die Welt immer noch die gleiche war. Meine hatte sich schon jetzt komplett verändert…ich spürte, dass ich ihn jetzt schon mochte…ich dachte an die Präriemaus…scheiss Chemie. Noch mal eine halbe Stunde später hörte ich einen mir unbekannten Weckton aus einem Handy…er stand sofort auf. ,,Guten Morgen…hast du gut geschlafen?“…ich log. Dann ging er ins Bad und kochte danach Kaffee in der Küche. Erst dann stand ich auf und zog mich hastig an. Als ich durch den Flur lief, fielen mir zum ersten Mal die vielen Bilder seiner beiden Kinder auf…ganz kurz kam in mir die Frage auf, ob ich sie jemals kennenlernen würde. Ich tadelte mich innerlich selbst dafür. Wie töricht zu glauben, man sei nach einer Nacht gleich ein halbes Familienmitglied.Wir saßen kurz ohne viel zu sprechen mit Tassen in der Hand am kleinen Küchentisch. Keiner wollte sich äußern oder fragen ob und wie es weitergehen könnte. Nach einem flüchtigen Kuss verabschiedeten wir uns an der Haustüre…ich ging mit meinem Kissen unter dem Arm noch zum Bäcker, holte mir Frühstück (ich konnte dort noch nichts essen), schaute noch ein letztes Mal auf das Haus (ob ich hierher noch einmal zurückkehren werde?) und trat die Heimreise an…ich fuhr  sehr langsam zurück…LKW’s überholten mich. Mein Kopf war voller Gedanken….

Wir würden uns wiedersehen…aber das sollte wieder eine ganze Weile dauern….

Einladung zum One-Night-Stand…Reise in die Verbotene Stadt…Teil III

-Von Präriewühlmäusen und Remouladensaucenresten-

Ich hatte mich also auf den Weg gemacht…70km lagen vor mir…Zeit genug um die Sache noch einmal kritisch zu betrachten: ich würde mich in knapp 58 Minuten laut Navi mit einem Mann, mit dem ich vor einigen Wochen lediglich ein Frühstück eingenommen hatte, direkt bei ihm in der Wohnung zum einvernehmlichen Sex treffen. So ein bisschen läuten da schon die Alarmglocken…nun ist es ja aber doch so, dass wir uns zumindest schon einmal getroffen haben. Manche gehen direkt am ersten Abend miteinander ins Bett…aus unterschiedlichen Motiven: Liebe auf den ersten Blick…oder zumindest Lust auf den ersten Blick…weil nichts in der Glotze läuft…man ausserdem vielleicht schon alles abgegrast hat, was der Tinder-Radius so hergibt. Wie schon mal erwähnt ist ein Frühstück die sicherste Zeit für eine erste Begegnung, wenn man nicht in Versuchung kommen möchte gleich miteinander ins Bett zu gehen…manche tun sich auch mit einem ,Nein‘ zu später Stunde und nach mehreren Gin Tonic eher schwer…und bei Tageslicht wird nichts beschönigt. Wir werden eben nun Sex beim zweiten Treffen haben…gut, wir überlassen es nicht dem Zufall…der Drops ist schon gelutscht…von daher meldet sich wohl die Moral von irgendwo ganz hinten. Würde mir eine Freundin einen derartigen Plan unterbreiten, sie bekäme von mir zu hören, dass der Typ sie nur für eine Nacht ausnutzen wird und dann hört sie weitere Wochen nichts mehr von ihm…bis er eben wieder Druck auf dem Schlauch verspürt. Ach ja und er solle gefälligst her kommen zum Vögeln…eine Frau, die für Sex auch noch Tankgeld opfert…wie würdelos. Ich wollte es sportlich sehen…er gefiel mir und manchmal ist der Spatz in der Hand eben besser als die Taube auf dem Dach…sprich: wenn man nicht den Mann ganz mit Herz und Verstand langfristig für sich einnehmen kann, dann sollte man den kurzzeitig heißen nackten Mann aber auch nicht von der Bettkante stoßen…sonst steht man ohne was da. Ich hörte die Lüge in meinen eigenen Worten. Gut, ich bin kein Typ für einmalige Sachen. Wie es nun auch wissenschaftlich bestätigt scheint, gibt es einen ungünstigen Hormon-Cocktail, der mich nach dem Sex emotionale Verbindung verspüren lässt…der unten aufgeführte Beitrag ist äußerst empfehlenswert für Damen, die sich ebenfalls fragen warum sie dem Idioten von letzter Nacht nachtrauern…oder für Hobby-Veterinäre, die sich für das eindrucksvolle Paarungsverhalten der Präriewühlmaus interessieren. Was für eine unglaubliche Parallel-Welt!

https://broadly.vice.com/de/article/59mmzq/wie-du-dein-gehirn-ueberlistest-um-sex-zu-haben-ohne-gefuehle-zu-entwickeln

Allerdings möchte ich hier mal klarstellen dass ich mich bestimmt nicht mit Kokain zudröhnen werde, nur um einen Mann vergessen zu machen.

Aber bleiben wir mal wissenschaftlich: Lukas hatte sich in unseren Nachrichten der letzten 24 Stunden als sexuell äußerst aufgeschlossen erwiesen…ich könnte noch was dazu lernen…dann wäre es so eine Art Exkursion…kein Fick-Date mehr…es gibt auch Menschen, die geben einen Arsch voll Geld für Tantra-Workshops ausgeben, um endlich mal gemeinsam zum Höhepunkt zu kommen. Natürlich kommt man irgendwann vor oder nach dem ersten Treffen auf das Thema Sex zu sprechen…und auch wenn die Versuchung oder die Langeweile groß scheint: bitte erst einmal den Mann in natura sehen, bevor man ihm detailverliebt beschriebt, wie man ihm bald einen blasen will. Das kann nämlich verdammt peinlich werden, wenn der imaginäre Sexgott in Fleisch und Blut übergeht und man sich eigentlich schon zum Begrüßungs-Kuss überwinden muss. Aber früher oder später kommt immer…meist unerwartet aus dem Schreib-Verlauf heraus vom Mann ein ,,Auf was stehst du so im Bett?“…oder ,,Wann hattest du zuletzt Sex?“…was für eine bescheuerte Frage!! Keine Frau der Welt würde darauf ehrlich antworten! Oder wie käme ein ,,Oh, eigentlich erst vorgestern…aber der Typ hat sich danach nicht mehr gemeldet. Also versuche ich ihn zu vergessen, in dem ich ganz schnell hier ’nen Neuen kennen lerne“ so an?

Würde man den sexuellen Lebenslauf jeden Mannes direkt für bare Münze nehmen, es wären durch die Bank durch nur noch Sexgötter mit prachtvollen Schwänzen am Start. Nur selbstlose Athleten, deren Goldmedaille die vollends befriedigte Frau bedeutet…er selbst stellt sich dabei komplett in den Hintergrund. „Bei mir kommt jede Frau“….ist so ein langweiliger  Standardsatz….die herausragendeste Visitenkarte war mal: „Ich bin so gut, meine Freundin bat mich, es wiederum ihrer Freundin zu besorgen, weil die schon lange keinen Sex mehr gehabt hätte.“

Immerhin hatte ich schon mal ein Foto seines besten Stückes gesehen…von daher sollte es schon mal keine böse Überraschung geben. Dachte ich noch so….dann unterbrach mich mein Navi…Stau in Kürze! What?!? Das geht jetzt nicht! Ich wollte in einer Stunde ausgezogen in seinem Bett liegen….Unfall, fuck…also für alle Beteiligten. Und dann hieß es auch schon anhalten. Ich begann mich umzusehen, was so in den Autos um mich herum los war. Ich mache das gerne…auch an Ampeln…Leute beobachten…ein wenig Einblick in ihren Moment bekommen, oder ich stelle mir vor, wie sie so sein könnten…das mache ich seit dem ich selbst mal weinend am Steuer saß (weil mir irgendwie alles zu viel war gerade). Ich weinte bittere Tränen (hilft mir aber auch Stress abzubauen)…an einer roten Ampel blickte ich kurz nach rechts und konnte sehen, wie mich eine Frau mitfühlend ansah. Was dachte sie wohl, als sie mich so dermaßen heulen sah? Wahrscheinlich dass ich gerade erfahren habe binnen der nächsten sechs Monate zu sterben, oder dass mich mein Mann verlassen hat…..oder ein lieber Mensch gestorben ist. Seit diesem Erlebniss frage ich mich oft, was sich unmittelbar in meiner Umgebung abspielt…denn auch wenn wir scheinbar alleine sind, befinden wir uns doch inmitten von anderen Persönlichkeiten und deren Geschichten.

Welche Päckchen führen wohl die anderen Autofahrer mit sich, die nun schon 20 Minuten mit mir am selben Fleck stehen? Jene die nicht in Begleitung unterwegs sind nutzen den ungewollten Stillstand um selbst einmal zum Stehen zu kommen. Meist sieht man ihnen an, dass sie intensiv an etwas denken….starrer Blick, wenig Lidschläge…Sorgen? Lange Autofahrten regen aufgrund mangelnder Alternativen zum Nachdenken an. Oft beobachte ich bei Paaren, dass die Frau als Beifahrerin sehr niedergeschlagen dreinblickt…liegt es daran, dass die beiden sehr früh aufstehen mussten um es von Kiel (Kennzeichen verraten viel…es gibt Orte da scheint alles übel zu sein, denn die Autofahrer sehen grundsätzlich unglücklicher aus als die mit anderen Kennzeichen.. wer beispielsweise einen glücklichen Dürener im Verkehr enrdeckt, der sollte sich nicht täuschen lassen: er folgt vielleicht nur einem Mietwagen von Hertz) bis hierher zu schaffen oder daran, dass sie mehr und mehr eine Aggressivität in sich aufsteigen spürt, wenn sie mit ihrem Partner auf engem Raum Zeit verbringen muss….und das schon länger?

Plötzlich stieg ein komisches Gefühl in mir auf…nur seine Herkunft konnte ich noch nicht lokalisieren. Aufgeregt war ich ja eh schon…hatte ich nun doch Hemmungen? Hielt der Stau mich gefangen, damit ich die ganze Aktion doch noch mal überdenken sollte? Nein….denn mein Magen meldete sich plötzlich vehementer: ich hatte unglaublichen Hunger. Vor lauter Vorbereitungen hatte ich komplett vergessen irgendwas zu essen. Und jetzt sank mein Blutzuckerspiegel rapide ab…so war ich nicht zu ausdauernden sexuellen Handlungen fähig….und da ich vermeiden wollte, gleich bei ihm mit den Worten „Was hast du denn so an Essen gebunkert?“ einzufallen, musste ich schnell handeln.

Es tat sich in unmittelbarer Nähe zum Glück eine Oase in Form eines Rasthofes auf. Nur noch wenige hundert Meter schleichen, dann konnte ich dem übelst zähen Verkehrsfluss erst einmal entrinnen….leider war ich nicht die zeigen, die eine Pause vom Stau einlegte….alle waren da.

Nachdem ich endlich einen Parkplatz hatte, ging’s erst einmal aufs überfüllte Bezahl-Klo (Frau ist eine Göttin, daher geht sie natürlich niemals nach einer langen Autofahrt direkt erstmal beim Mann pinkeln)…..dann ergatterte ich an der SB-Theke eines der letzten belegten Brötchen…schamlos überteuert natürlich…auf den Belag achtete ich gar nicht und ging damit zum Auto. Eine Scheibe Pute und ein gefühltes halbes Pfund Remouladensauce. Normalerweise würde ich so etwas niemals freiwillig essen, aber der Hunger trieb es in mich rein. Nach drei Bissen verlor ich die Kontrolle über dieses glitschige Ding und die Sauce suppte heraus…und tropfte direkt zwischen meine nackten Schenkel, kurz unterhalb der Rockkante…Iiiiehhhh, wie widerlich…die ganze Reinigungsprozedur war für die Katz‘. Ich wollte umgehend duschen…was natürlich nicht möglich war. Also musste ein Hände-Desinfektionstuch erstmal für ein besseres Gefühl sorgen.

Die einzige Aufmunterung in dieser Krise war der beinahe vollständig aufgelöste Stau…es dümpelte, dann rollte es plötzlich wieder flüssig.

„Ich bin jetzt zuhause und kann es kaum erwarten dich auszuziehen!“ las ich auf meinem Handy-Display……ok, jetzt lief es wieder…20 Minuten später verließ ich die Autobahn endgültig…..froh über meine Stunde Puffer für etwaige Notfälle, zuhause hätte ich es eh nicht länger ausgehalten.

Eine hübsche Gegend…ländliche Erscheinung, aber doch sehr zentral….mit U-Bahn-Anschluss!

Kurze Zeit später stand ich vor einem Altbau und suchte seinen Namen auf dem Klingelschild (manchen fällt in solchen Momenten erstmals auf, bisher nie den Nachnamen erfragt zu haben). Ich zögerte einen Augenblick, holte Luft…und betätigte den Knopf…der Türöffner wurde betätigt…ich stand im Treppenhaus. Jetzt nur nicht mit dem Übernachtungsgepäck die Treppen hochstürzen!

Ich musste in den ersten Stock…

Da stand er…noch attraktiver als beim Frühstück vor mittlerweile sechs Wochen…Wir umarmten uns kurz, denn schließlich hatte es bisher noch keinen Kuss gegeben, also fiel das zur Begrüßung weg.

Ich bekam eine kurze Führung durch die Wohnung. „Hier ist mein Schlafzimmer…aber das siehst du ja gleich eh…“, sagte er mit einem süffisanten Grinsen…Wow, und ich dachte echt mal, der sei schüchtern!

„Willst du was trinken?“….„Sehr gerne! Irgendwas Hartes!!“ Ich brauchte dringend was Starkes um ein wenig Ruhe und Gelassenheit ins Spiel zu bringen. Er servierte Gin Tonic und ich versuchte möglichst schnell genug davon zu kriegen, um lockerer zu werden. Eigentlich hasse ich es, sich mit einem Mann vor den Fernseher zu setzen…man will knutschen und keiner traut sich, und so schaut man stundenlang irgendeinen Scheiss an. Aber heute sollte es anders laufen: bereits nach wenigen Minuten nahm er mir das Glas aus der Hand und begann mich direkt leidenschaftlich zu küssen….und das konnte er schon mal richtig gut. Es machte uns so viel Spaß, dass ich ihm auch etwas heftiger an den Lippen knabberte….dann führte er mich mit einem vielsagenden Blick ins Schlafzimmer…

Er schob mir den Lederrock etwas nach oben und leckte über die Innenseite meines Oberschenkels….„Was schmeckt da so lecker würzig?“

Scheisse, ihm war ein Überbleibsel Remouladensauce untergekommen!!!

FORTSETZUNG FOLGT……

Mann meiner Träume…

67B33556-0A51-48B3-8E12-62D2E72ED366.jpegKönnt ihr auch irre realistisch träumen?

Diese Art von Träumen, in denen man intensiv mitfühlt, Angst hat, Panik schiebt…froh ist, wieder aufzuwachen. Wenn man so erschreckend realistisch geträumt hat, dass man erst einmal sortieren muss, was wirklich in diese Welt gehört und was sich das Unterbewusstsein ausgedacht hat. Meist sind es ja unschöne Erlebnisse, die in nächtlichen Hirn-Thrillern durchgespielt werden….nicht so bei mir!

Mein Innerstes Ich-selbst greift ganz schön tief in die Trickkiste für mich und versucht, mich unvergesslich schöne Szenen erleben zu lassen…in denen ich mich wohl nie wiederfinden würde…ich habe nämlich Promi-Sex!

Nun muss man dazu sagen, dass die Erinnerungen an meine Liebhaber aus solchen Gute-Nacht-Geschichten leider schnell verblassen…was natürlich sehr schade ist…aber so sind Träume eben…frei wie Gedanken nun mal…und zack-weg! Manchmal wache ich auf und bin ein wenig schockiert mit wem ich diese Nacht quasi interaktiv Sex hatte: also Jungs, die mich jetzt im Alltag und bei klarem Bewusstsein nicht jucken würden…da wäre z.B auf nationaler Ebene ein Til Schweiger…mit dem war’s lustig und entspannt…und spontan. Anziehend fand ich ihn sonst nie…ich sehe ihn eher als großes Kind…aber manchmal will man auch mal einen Lausbuben im Bett haben.

Auf internationalem Parkett hätten wir ganz Klischee-mäßig Brad Pitt…auch niemand, den ich sonst anschwärme, aber es war echt schön mit ihm…und ich bin froh, dass die gewohnte Synchronisation gleich mitgeliefert wurde, da ich seine deutsche Stimme auch sehr mag und mein Englisch möchte ich nicht mal aufs Bett reduziert auspacken müssen.

Das Besondere ist wie ich mitfühle in diesen Träumen:…ich habe nämlich tatsächlich Orgasmen beim Sex…und die sind sicher nicht nur geträumt, sondern die darf ich quasi mit rüber nehmen…aber so ganz sicher bin ich mir da nicht. Muss ich mal ein Forum suchen, indem man sich im Netz austauscht. Vielleicht haben sich schon ganze Fan-Clubs zusammen getan?

Wenn man im reellen Leben am Vorabend Sex hatte (also wenn der Sex im Alltag sonst rar ist)…dann beschäftigt einen das gerne mal über den Folgetag und man hängt seinen Gedanken nach. So geht’s mir eben auch nach solchen heftigen Traum-Nächten….großartig ist natürlich, wenn man mit einem Mann, nach dem man sich auch im wirklichen Leben die Finger ableckt, öfter mit einem ins Bett will…so kann ich mit ein wenig Stolz behaupten, dass ich es über die letzten Jahre zum einzigen dauerbesetzten Bond-Girl ohne vorzeitiges Ableben geschafft habe. Ich stehe nicht unbedingt auf blonde Männer…aber bei Daniel Craig werde ich schwach. Wir haben tolle Dates und ausgiebigen Sex im Anschluss…alles in traumhafter Kulisse. Alles fühle ich intensiv mit…und bin glücklich dass ich noch komme bevor der Wecker klingelt…um so frustrierender wenn ich es nicht schaffe! Dann hab ich den restlichen Tag schlechte Laune und stelle das Reden ein.

Letzte Nacht ist aber etwas passiert, was mich fast schon bewegt hat. Irgendwie gab es ein wenig Jump’n-Run-Action wie im Kino und plötzlich nahm er mich schützend in seine Arme…Daniel drückte mich fest an sein weißes, gestärktes und lässig durch zwei Knöpfe geöffnetes Hemd…ich fühlte mich sicher wie nie…und dann geschah etwas unglaubliches: ich konnte im Traum riechen!….ich saugte seinen Geruch auf…ein Wahnsinns-Herren-Parfum gepaart mit eignem Helden-Duft und war betört….ich ließ mich fallen wie noch nie…nicht mal in der Realität….

Ich nehme gerne Ratschläge von Traumdeutern an. Werde ich vielleicht den Richtigen daran erkennen, dass sein Geruch dem aus dem Traum gleicht? Nun wünsche ich allen eine geruhsame Nacht…mit unanständigen Träumen…also wer es mag!

…..

Übrigens hatte ich auch mal einen unangenehmen Traum, der mich nachhaltig beschäftigte: mir erschien mein angeblicher idealer Partner, meinen Seelenverwandten…der Eine unter Millionen…so wurde es mir auch im Traum von irgendwo her zugeflüstert….und wen erkannte ich? Steffen Henssler! Den TV-Koch….ich weiß nicht welches Missverständnis dafür verantwortlich ist…vielleicht vergibt auch die Schaltzentrale im Unterbewusstsein Praktikanten-Stellen, oder eine Datei wurde nicht vollständig geladen…aber damit kann ich nur schwer umgehen…und zappe seit dem einfach weiter wenn er im Fernsehen auftaucht…oder lege eine 007-DVD ein.

Mutter bin ich auch….

Ich liebe es auf Spielplätzen abzuhängen. Auch weil mein Kind dort Spaß hat. Spielplätze bieten für Erwachsene nämlich ebenfalls einen enormen Unterhaltungsrahmen…wenn man sich nur etwa genauer umsieht. Es gibt nichts Spannenderes als andere Eltern. Vor allem wenn man wie ich in der Karlsruher Südweststadt lebt. Ein Paradies für junge Eltern, die wohl auf Stil und Status, aber weniger auf Wollplüsch-Pullover und Original-60er-Jahre-Brillengestelle vom Flohmarkt verzichten können. Frauen die gerne 3/4 –Leggins in braun unter ihren zwei Tönen helleren Bio-Baumwoll-Röcken tragen und meinen sie seien mal modisch total außer Rand und Band wenn sie mal was von Desigual tragen (ich weiß nicht mal ob diese Marke ökologisch ganz koscher ist. Wahrscheinlich werden sie nach solch einem Kauf zuhause von ihren Männern erst mal zurechtgestutzt). Es ist so herrlich alternativ um mich herum. Kindernamen aus Großmutters Zeiten werden melodisch über das Gelände gerufen, Selbstgebackenes aus Dinkel ohne jeglichen Einfluss eines Tieres wird herumgereicht und man gibt sich Tipps wie man aus Sperrholz und Europaletten ganze Schrankwände in Eigenarbeit zimmern kann. Ich halte nichts von veganer Ernährung, habe kein Problem damit ein Huhn auszubeuten, allerdings sollte es in so angenehmer Umgebung leben dürfen das es davon quasi gar nix mitbekommt. Dafür zahle ich im Bio-Markt auch gerne ein paar Cent extra.

Wirklich eintauchen möchte in diese Welt natürlich nicht. Das zeige ich auch. Allein das sandeln mit einem Totenkopf-Förmchen provoziert so manchen entsetzten Gesichtsausdruck, so als hätte man im angrenzenden Park vor aller Augen nicht hinter seinem Hund hergeräumt. Wenn ich also unangenehm auffallen möchte setze ich mich in die Buddelkiste…platziere ein Dutzend Totenkopf-Fratzen nebeneinander in den Sand…freue mich über jedes angedeutete Kopfschütteln…zeitgleich über ein Match mit einem heißen Typen bei Tinder….und fühle mich wie eine Rebellin.

Ja ich bin raus…und war wohl auch nie ansatzweise dabei. Gerade heute lese ich einen Aushang an der Kinderrutsche dass Eltern weitere Anhänger für das Formen einer Krabbelgruppe gesucht werden. Das Spiel der Kinder untereinander schien aber nicht im zentralen Mittelpunkt zu stehen stellte ich erheitert fest. Vielmehr sollte es wohl um den Austausch der Eltern gehen. Themen u.a. Windelfrei aufwachsen. Nun gut…der Sache hab ich nie ernsthaft eine Chance geben wollen. Ich beäuge doch nicht den ganzen Tag meinen Säugling und registriere seine Signale, ob er gleich pullern muss!?

Weiteres Thema ist Attachment Parenting…???…ich überzeugte mein Kind zu einer verfrühten Heimkehr und musste erst mal googeln was das genau beinhaltet. Kurz gesagt bindet man sich wohl sein Kind bis zur Übergabe an die Grundschullehrerin vor die Brust und legt es auch nachts konsequent mit ins Bett…Jeder der das schon pränatal fest einplant dem wünsche ich ein Kind wie das meine. Der hat selig geschlafen bis man sich zu ihm ins große Bett gelegt hat. Dann gab er für den Rest der Nacht grunzende Geräusche von sich. Das ging die ersten acht Wochen lang. Aufgeben wollte ich nicht, immerhin hatte auch die Hebamme das Schlafen im elterlichen Bett empfohlen. Irgendwann sehnte ich mich selbst mal wieder nach etwas erholsamem Schlaf und legte ihn aus purem Egoismus erstmals in sein eigenes Zimmer. Dort schlief er glatt acht Stunden ohne einen Pieps durch. Manchmal pfeifen auch Kinder auf ihre Eltern und wollen einfach nur in Ruhe pennen. So hatte er alle Ansätze eines alternativen Erziehungsstiles bei mir im Keim erstickt….

One-Night-Stand….Part 1

Ich überlege…..ob ich mich mal einer ganz neuen Sache öffnen sollte.

Nach ein paar glücklosen Versuchen eine konventionelle Beziehung zu führen und vor allem am Leben zu erhalten sollte ich meinen Horizont vielleicht doch erweitern.

Von alleine bin ich diesen Gedanken natürlich nicht gekommen…der Zufall hat ihn mir zugespielt.

Gefrustet von einem schlechten Start in meiner damaligen Internet-Partnerbörse, in der Alterswünsche komplett ignoriert werden, Männer also eher nach ihrem gefühlten Alter entscheiden und man sich den Anfragen liebeshungriger Endfünfziger ausgesetzt fühlt, die sich nach dem Scheitern ihrer Ehe nun ein relativ junges Ding Mitte 30 wünschen, beschloss ich mir den heißesten Typen rauszusuchen und ihm direkt ein SMILE (quasi ein Zuzwinkern bei Friendscout) zu schenken.

Tatsächlich erwiderte er dies und ich setzte zum nächsten Schritt an und schrieb ihm einen belanglosen Adventsgruß. Auch der wurde aufgenommen und der übliche Austausch von oberflächlichen Themen fand statt. Bis er irgendwann raus ließ dass er an einer festen Beziehung gar kein Interesse habe und was Lockeres suche.

Im ersten Moment reagierte ich instinktiv irritiert und auch irgendwie enttäuscht dass dieser gutaussehende Mann wohl nicht zur Alleinnutzung zur Verfügung stand.

Trotzdem blieb ich cool und schnell ließen wir von den langweiligen Themen ab und konzentrierten uns auf das Thema SEX.

Wir schrieben uns in unregelmäßigen Abständen und er untermauerte seine klare Haltung, indem er das Schreiben nicht initiierte, also mir überlies.

Frauen haben ein grundsätzliches Problem und ich mag gar nicht glauben dass es wirkliche Ausnahmen geben kann: wenn uns ein Mann ganz klar ansagt dass er keinen Bock auf was Festes hat, so ist das für uns noch lange nichts Endgültiges. Er wird schon bald merken was für eine unwiderstehliche Göttin er da vor sich hat und seine unmoralischen Prinzipen bald über Bord werfen und in bodenloser Monogamie versinken wollen.

Auch mir ging es nicht anders. Koste erst mal von mir, dann willst du eh nichts anderes probieren.

Über Wochen tauschten wir heiße Nachrichten aus und obwohl ich in versauter Konversation schon ganz gut bin hatte ich es hier mit einem wahren Meister zu tun. Er vermochte bis ins kleinste Detail auszuführen was er mit mir anstellen wollte wobei er sich Zeit ließ und nicht direkt zur Sache kam. Fast schon künstlerisch malte er herrliche Grundrisse in meinen Kopf, die ich quasi nur noch mit Buntstiften ausmalen musste und verstand es auf eine feinsinnig laszive Art die Sache in eine erregende Länge zu ziehen.

Es wunderte mich ehrlich gesagt dass der Wunsch von ihm kam sich doch erst einmal auf neutralem Boden und durch ein kleines Zeitfenster eingegrenztes Date in einer Bar zu treffen. Die Chemie müsse schon stimmen…auch wenn es sich ausschließlich um Sex drehe meinte er.

Als er am vereinbarten Treffpunkt plötzlich direkt vor mir stand wäre es schlichtweg eine Frechheit im Nachhinein zu behaupten dieser Mann hätte mich nicht direkt von der ersten Sekunde an in seinen Bann gezogen.

In einer „Sex and the city“-Folge fragte Carrie Mr. Big einst ob er an Liebe auf den ersten Blick glaube, worauf er antwortete dass er eher Lust auf den ersten Blick für realistisch halte.

Es ist davon auszugehen dass die meisten da eh was verwechseln. Man ist nicht auf Anhieb in jemanden verliebt. Es klingt nur nicht so romantisch zuzugeben dass man sofort auf jemanden scharf ist.

Und so saßen wir da nun:ein Mann und eine Frau, die sich über Wochen bis ins Kleinste zusammen ausgedacht haben auf welche Art sie es miteinander treiben werden und nun auf wenige Zentimeter getrennt nebeneinander auf einer barocken Sitzcouch in einer stylischen Bar saßen, versuchten ein Gespräch über irgendwas Alltägliches zu führen, während ihre Augen eine ganz andere Unterhaltung führten. Hätte er nur ein Wort gesagt ich wäre direkt mit dem Zirkus durchgebrannt. Ich wollte ihn unbedingt….

Wir trennten uns nach exakt ausgemachten zwei Stunden (er hatte angeblich einen Termin…klar…es war 22Uhr! Schätze die Ehefrau hätte sich sonst wohl gewundert warum der 20Uhr-Termin so lange dauert) kurz mit Abschiedskuss auf die Wangen, danach trat ich euphorisch meine 45-minütige Heimfahrt an. Jetzt war es wichtig trotz aller einschießenden Hormone und Adrenalinschübe einen klaren Kopf zu bewahren, die Finger von der Handy-Tastatur zu lassen und abzuwarten…

Tatsächlich meldete er sich als ich mich gerade zum Schlafen gebettet hatte ließ sich von mir mein gesundes Ankommen bestätigen und holte sich mein Einverständnis für das nächste Treffen ab. Ganz spontan cancelte ich daraufhin meine Nachtruhe. Ich wusste dass ich mir mehr als nur die Finger an diesem Mann verbrennen würde. Es war als würde man trotz Ankündigung auf Regens durch den Wetterbericht und schon aufziehenden Gewitterwolken auf den Schirm pfeifen und barfuß raus gehen. Ich darf mich nicht beschweren denn alle Warnzeichen waren da und ich wusste nichts über ihn außer seinem Vornamen. Wohnort, Familienstand…alles spekulativ…wie aufregend. Es ist besser über einen Mann nicht all zu viel zu wissen. Kenne ich sein familiäres Umfeld, seinen Tagesablauf, seine Hobbies, dann begleite ich ihn in meinen Gedanken den ganzen Tag. Bin ich unwissend dann ist alles spekulativ. Andere würde das irre machen, mich beruhigt es eher.

Es sollten weitere Wochen vergehen bis ich ihn wiedertraf.

Ich verzieh ihm weitere Absagen bzw. das konsequente Nichtmelden über Tage hinweg. Mit dem Wissen von heute war mein Verhalten indiskutabel würdelos. Unbedingt wollte ich ein weiteres Treffen, denn dann würde es unweigerlich zum Kuss kommen…oder direkt mehr. Immer wider versank ich in meinen Gedanken und da ich ihn ja nun gesehen hatte wurden alle Bilder nun viel deutlicher. Die kurzen Haare mit dem sexy Grauanteil, der trainierte Körper, den man selbst durch die winterliche Kleidung erahnen konnte, die vollen sinnlichen Lippen und diese unglaublichen Glutaugen die einem den Willen zur Gegenwehr rauben. Er ähnelte Eric Bana sehr stark. So aus der Zeit als Troja in die Kinos kam. Nur mit kürzerem Haar und fehlendem Brustpanzer. Jene taten viel für den früheren Männerkörper: Sie zeichneten eine Figur ab, die gar nicht der Realität darunter entsprach, sogar einen Sixpack versprachen sie (oder lässt einen nur die Filmindustrie glauben, dass sich heroische Kämpfer sexy Muskeln ins Metall meisseln ließen?). Shapewear, die leider nicht die Jahrhunderte überdauerte.

Es verging weitere Zeit…ich glaubt schon gar nicht mehr daran ihn noch einmal zu sehen, da schlug er ein weiteres Treffen vor und nach kurzer Abstimmung wollten wir uns der Einfachheit halber wieder am selben Ort treffen. Wir hatten wohl ungefähr den gleichen Anfahrtsweg, aber das konnte ich nur anhand seines Kennzeichens abschätzen, als er vor der Bar parkte. Tatsächlich wusste ich nicht einmal seinen Nachnamen. Aber ich sah es einfach als Selbstschutz. Im Nachhinein weiß ich nicht einmal ob Marco sein wirklicher Name war. Wenn ich nicht viel über ihn weiß ist er auch schneller vergessen, dachte ich mir….und im Internet konnte ich  ihn auch nicht verfolgen.

Es war eine irre Spannung zu spüren während des Treffens und beim Abschied kam der unausweichliche Moment in dem er mich an sich zog und mich heftig küsste. er war der erste Mann seit einigen Jahren den ich absolut heiß fand und ich bekam sofort Lust auf viel mehr. Abends als ich wieder zuhause war schrieb er mir: ,,es sieht alles gut aus und es fühlt sich gut an, jetzt will ich wissen was darunter ist…“

Es sollte diesmal auch nicht mehr so lange dauern bis es endlich so weit war. Wenn man mit dem Körperlichen erst mal angefangen und die ersten Berührungen stattgefunden haben, komm das Verlangen nach mehr und selbst der bis dato unbeeindruckteste Mann ist von jetzt auf gleich auf einmal voll da.

Er schlug vor, auf einer Geschäftsreise in die Schweiz bei mir Halt zu machen um gemeinsam die Nacht zu verbringen. Ich war in dieser Woche frisch in meine neue Wohnung eingezogen und mir gefiel der Gedanke mein Schlafzimmer mit einem unglaublich gut aussehenden Mann einzuweihen. Es sollte der Auftakt meines neuen Single-Lebens werden. Eigene Wohnung, Job und Kind unter einem Hut und in Ruhe einen neuen Partner kennenlernen. Der Besuch den ich an jenem Abend erwartete war definitiv kein geeigneter Kandidat…aber ich wollte mir einfach was Schönes gönnen nach der langen Zeit der Wohnungsfindung (hatte ein Jahr mit im Haus meiner Eltern gewohnt). Mein Sohn war eh bei seinen Großeltern.

Sex hatte ich schon lange keinen mehr gehabt und so hoffte ich einfach dass es mich nach dieser Nacht keine emotionale Verbindung zu ihm verspüren ließ….und ich heil aus der Nummer rauskam.

Als ich in der Badewanne lag um mich vorzubereiten bekam ich eine Nachricht die mich mit voller Wucht und unerwartet traf: ,,Sorry ich bin nach der Arbeit eingeschlafen am Küchentisch eingeschlafen …ich fahre jetzt nicht mehr los sondern leg‘ mich hin.“

So…jetzt war ich tatsächlich wirklich angepisst. Wie oft hat er mich schon vertröstet?!

Stand heute hätte ich ihm gesagt er solle sich doch selber ficken…und hätte den Kontakt unwiderruflich gelöscht. Doch damals war die Wut nicht so stark wie das Verlangen. Mehr als ein ,,na toll!“ traute ich mich nicht.

Es folgte ein merkwürdiger Vorschlag seinerseits…nämlich ein Aufbrechen in der Nacht gegen 3:30 Uhr und ein Ankommen bei mir gegen 5:00 Uhr….(Beischlaf also ca. 5:10 Uhr)….ich weiß nicht mehr warum aber ich stimmte zu…was eine armselige Vorstellung gab ich da von mir….sich an diesen Strohhalm zu klammern!

An Schlaf war natürlich nicht mehr zu denken. Er ließ sich noch meine Adresse geben und kurz vor fünf klingelte es….

Ich muss sagen der Mann hielt was er versprach…nackt war er genauso prächtig wie ich es mir erhofft hatte. Für knapp 40 echt durchtrainiert…eine Augenweide. Allein sein Anblick erregte nicht echt. Wir kamen schnell zur Sache…er war ein seltenes Exemplar von Mann, einer der es für meinen Geschmack etwas überambitioniert anging. Ich brauche um 5:20 am frühen Morgen keine kunstvollen Verrenkungen: lediglich wollte ich einen schönen Mann auf mir spüren…oder auch mal unter mir…es sollte ja auch schließlich nicht nur fünf Minuten gehen. Aber er gab sich gerade im Vorspiel wirklich Mühe…auch wenn ich sagen muss dass ich mich bei einer einmaligen Sache da nicht wirklich fallen lassen kann..komm zur Sache, vorher warst du an Tiefgründigkeit auch nicht interessiert…

Danach tranken wir einen Kaffee in meiner Küche. Höflich wie ich bin bot ich Brötchen an. Man(n) bekommt bei mir eigentlich immer ein Frühstück angeboten…Brötchen, O-Saft…wenn ich will dass er mich mag ist er frisch gepresst und wenn alles passt, inklusive seine Leistung in der Nacht zuvor, auch ein frisch gekochtes Ei in gewünschter Dotter-Konsistenz.

Er verneinte, trank seine Tasse leer und zog sich seine Jacke an…ein flüchtiger Kuss und weg war er.

Man darf nun raten ob er noch einmal den Kontakt zu mir suchte.

Nachdem ich am restlichen Tag keine Nachricht mehr erhielt meldete ich mich am Folgetag. So im Stile ,war gut, können wir gerne wiederholen’….

Kurze Zeit später kam eine knappe Nachricht: ,,Ich hab gerade echt andere Probleme und Sex ist jetzt nicht das woran ich denke“.

Ein hartes Brett….Vielleicht besser so….sonst hätte ich mich verleiten lassen ihn immer wieder mal anzuschreiben. Ich löschte seine Nummer.

Aber echt fantastisch hat er ausgesehen……..

Karla sucht Mann….Liebe Single Frau

Mein Name ist Karla, ich bin 37 Jahre alt (dieses Jahr werde ich 38 und eigentlich fange ich immer knappe 6 Monate vorher an mein Alter auf das Geburtsjahr anzupassen um mich besser auf die gestiegene Anzahl an Kerben im Lebensbaum zu gewöhnen. Dieses Jahr packe ich es einfach nicht, Ich will einfach so unglaublich gerne 37 bleiben und ich möchte gar nicht erst wissen was in zwei Jahren dann erst los ist…).
Weil es so schön passt lebe ich in Karlsruhe. Oder weil es schon immer so ist.
Für mein Empfinden und meine Bedürfnisse die schönste Stadt die es gibt. Mein ganzes Leben hat sich hier abgespielt. Eine tiefe Liebe, denn egal wo ich mich befand, diese Stadt hat mich immer wieder gefühlt fest in die Arme genommen, wenn ich zu ihr zurückkehrte.
Es ist zwar wie in jeder längeren Beziehung auch mal vorgekommen dass ich über Trennung nachgedacht habe, allerdings wurden diese Gedanken immer wieder verworfen. Die guten Zeiten und die schlechten Zeiten…alles hat sich hier abgespielt…da macht man nicht einfach Schluß und geht.
Alle Seiten dieser Stadt kenne ich…ich bin seit 2002 sieben Mal umgezogen…habe quasi alle Teile mal bewohnt…richtig gelebt in ihr…mit vielen Straßen verbinde ich Erinnerungen….schöne und weniger schöne.

Derzeit bewohne ich eine 3-Zimmer-Wohnung in der Südwest-Stadt und ich habe es tatsächlich schon geschafft vor wenigen Jahren bereits einmal in diesem Mehrfamilien-Haus gelebt zu haben…direkt über meiner jetzigen.
Ich lebe auch nicht allein. Mein Mitbewohner ist fünf Jahre alt und nennt mich ‚Mama‘. Seit 2 Jahren wohnen wir nun wir hier zu zweit. Vor drei Jahren habe ich mich von seinem Vater getrennt. Wir sind dann zu meinen Eltern und es hat ein weiteres (hartes) Jahr gebraucht bis wir endlich was Eigenes hatten. Als Alleinerziehende eine Wohnung zu bekommen in einer Stadt, in der alles Bewohnbare unter der Hand weggeht, fast ein Ding der Unmöglichkeit.
Mein Sohn geht ganztags in den Kindergarten während ich 37 Stunden die Woche arbeiten gehe.
Am liebsten treffe ich mich mit Freunden, gehe essen, sitze in Cafés, beobachte andere Menschen und frage mich was sie wohl so beschäftigt.

Ich muss zugeben dass ich schrecklich gerne auch einfach mal vor der Glotze sitze (nur am Anfang einer Beziehung leugne ich gerne meine Schwäche für umstrittene Sendungen wie den ‚Bachelor‘ oder ‚Shopping Queen‘). Ich achte auf eine gesunde Ernährung, wobei bei mir auch mal Fleisch auf den Tisch kommt. Von veganer Ernährung halte ich wenig…ich habe kein Problem damit ein Tier auszubeuten..einzige Bedingung: es muss so glücklich leben dürfen das es davon nichts mitbekommt. Gutes Essen tut auch einfach auch ohne viel Sport viel für einen. Generell bin ich mit meiner Figur daher zufrieden, auch wenn ich mit zunehmendem Alter sorgenvoll beobachte wie mein Bauch seltsame rissige Falten wirft wenn ich mich krümme oder sitze. Bei einer Größe von 1,69m wiege ich 56kg und auch die Schwangerschaft hat keine wirklichen Spuren hinterlassen. Mein Kind war gut zu mir.

Ausserdem habe ich Spass am Shoppen. Ich liebe es mich durch Mode neu zu erfinden. Leider ist bedingt durch Kind ein ausgiebiger Einkaufsbummel nur noch selten möglich…einfach zu anstrengend. Er fährt zwar leidenschaftlich gerne bei ZARA ca. 20 mal hintereinander die Rolltreppe zwischen ‚Damen‘ und ‚TRF‘ rauf und runter, trotzdem ist einkaufen mit ihm als wären die letzten 20min bei ‚Shopping Queen‘ angebrochen: Go!Go!GO!!!!
Früher hat er sich zusätzlich zwischen den Klamottenständern versteckt um in Ruhe in die Windel zu kacken. Auch dann war der Trip erst einmal beendet…immer mit einem lauten Ruf durch den ganzen Store:,,Maaamaaaa, hab‘ Kacka gemaaaacht!“
Noch schlimmer war die Zeit nach der Windel. Wenn er schon nörgelte endlich hier raus zu dürfen während ich unter Zeitdruck schnell einige Teile auf dem Arm zusammenraffte, griff er zum letzten aber äußerst effektiven Mittel: er gab vor dringend aufs Klo zu müssen…welche Mutter reagiert da nicht und lässt alles stehen und liegen?! Kaum draussen verpuffte der Harndrang plötzlich wieder.

Was ich weniger leiden kann sind Frauen die einen Opel ‚Tigra‘ fahren oder Labels wie ‚desigual‘ ….und One-Night-Stand-Piraten (aber denen werde ich mich immer mal wieder ausführlicher widmen).
Das wäre wohl das was mir gerade spontan einfällt. Aber da kommt immer gerne wieder was dazu.

Männer sind aber natürlich das vorherrschende Thema. Nichts beschäftigt eine Frau die allein lebt mehr als die Suche nach einem neuen Partner.

Darum soll es hier hauptsächlich gehen….
Erfahrungen aus der Vergangenheit, Begegnungen im Internet und in der Realität…was sind das für Männer, die man um die 40 trifft? Sind es gebrauchte Prinzen mit Ex-Frau (wenn man Glück hat))und Kindern oder welche die bisher noch nie dauerhaft vermittelt werden konnten?
Welcher Typ ist hier erstrebenswert?
Welche Fragen sollten gleich am Anfang eines Dates geklärt werden (z.B. der Familienstand!!) und welche unbedingt schon lange davor?

Fast drei Jahre Single sein fördert einen enormen Erfahrungsschatz zu Tage und den sollte man anderen Frauen nicht vorenthalten, die noch ungebunden sind oder sich jetzt erst auf die Suche begeben nach dem vollkommenen Exemplar….

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