Hallo Herr Saubermann

Es gibt ja viele Orte, an denen man gezielt einer gewissen Anzahl an Männern begegnen kann…z.B.

-bei einem Besuch im Fußballstadion! Nachteil: Leicht angetrunkene Männer…ein Dunst aus Bier, Zigaretten und soviel Testosteron, das es meist als unangenehme Ausdünstung wahrgenommen wird…außerdem gibt es eine Sache, die Männer so gar nicht interessiert wenn das Bällchen rollt: Frauen! Es sei denn, sie würden in der Halbzeit Flitzer-like über den Rasen hüpfen.

in einer Bar…Nachteil: mäßig bis stark angetrunkene Männer…keiner traut sich…bis auf ein paar Blickkontakte tut sich selten was und beide Seiten gehen allein nach Hause.

Also grundsätzlich fließt Alkohol, wenn sich Männer im Rudel zusammentun. Es gilt auszuspähen, wo man sie separiert von der Herde tagsüber antreffen kann.

Und ich habe einen Ort gefunden.

Seit kurzem habe ich einen neuen Tiefgaragen-Stellplatz…fussläufig zu meiner Arbeit direkt im Zentrum. Wenn ich mein Auto abstelle gehe ich meist eine Abkürzung: nicht über die Treppe in den Hof des Wohnkomplexes, in dem sich das nicht öffentliche Parkhaus befindet,sondern durch das manuell zu öffnende Ausfahrts-Tor…laufe ich hindurch nach oben…und genau dort oben direkt an der Straße, quasi an der Auffahrt parkt rechtswidrig immer ein anderes Auto…IMMER ist der Insasse männlich (Frauen wäre der Parkplatz viel zu gefährlich), fährt ein Auto Marke „ich bin viel unterwegs und verdiene gut dabei“, sehen sehr gepflegt aus und sind nicht selten attraktiv. Jetzt…warum springt dort immer schnell ein Mann aus dem Auto und huscht ins Gebäude?

In dem Komplex befindet sich eine Reinigung.

Ich schlüpfe also unter dem Rollgatter hervor, wie eine Prinzessin, die ihre Burg verlässt und dann steht da meist ein stattliches Gefährt mit verheißungsvollem Inhalt…sie springen heraus mit ihrem Hemdenbeutelchen, erblicken mich kurz…ich lächele…und es kommt auch eigentlich immer ein Lächeln zurück. Ein schönes morgendliches Ritual. Ich mag Männer, die Hemden tragen….so fern sie weiß sind und gut passen…auf keinen Fall halb-ärmelig oder gar mit Mustern! Hemden in die Reinigung bringen signalisiert auch irgendwie: ich bin Single…und daher bügelt mir auch niemand für mich! Gut, ich würde auch keinem Mann die Hemden bügeln. Aber ich bin sicher die Ausnahme…der Rest bügelt sicher für den Ehemann.

Da ich selber nichts in die Reinigung geben brauche, habe ich einen anderen Weg gefunden um dort Männer zu beobachten: die Wäscherei ist eine Hermes-Paketstation…alle meine Päckchen hole ich dort bequem ab. Das schont auch die Nerven meiner Nachbarn, denn die müssen nichts annehmen.

Es ist auch ein Ort, an dem es garantiert immer jungfräulich frisch und rein duftet…ich mag diese warme, gereinigt wirkende Luft mit einem Hauch Stärke. Kein Bier, kein Männerschweiss…

Seit einiger Zeit treffe ich dort einen hübschen Mann mit stylischem Outfit und moderner rundlicher Brille an…leichter Bart wie ich es mag und einem schönen Jaguar, an den ich mich gewöhnen könnte. Da wir uns immer öfter begegnen, wage ich die Vermutung, dass wir unsere Besuche aufeinander abstimmen….in der Hoffnung dem anderen zu begegnen.

Vielleicht mal ansprechen?…oder einen Aushang am Schwarzen Brett dort anbringen…neben Mitbewohner gesucht und Muschi entlaufen…..

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Zurück aus der Verbotenen Stadt (Teil V)

Wie gesagt: die Heimfahrt war schier endlos. Es lag nicht einmal am Berufsverkehr zwischen Stuttgart und Karlsruhe…sondern mehr daran, dass ich mich ungern von ihm weg entfernen wollte. Wenn ich zuhause ankomme, dann ist alles vorbei…ich werde in die Realität zurückgeworfen und würde mich mit zig Fragen konfrontieren müssen. Also fuhr ich eben seeeehr langsam. Schneller als 100km/h ging nicht…dafür war ich zu unkonzentriert. Man muss ja auch Rücksicht auf die anderen Verkehrsteilnehmer nehmen. Ich schaute nach rechts. Auf dem Beifahrersitz lag die Bäckertüte mit den Backwaren, die ich direkt vor seiner Haustüre noch gekauft habe. Auf dem Papier war neben dem Namen auch die Adresse der Bäckerei aufgedruckt…ich wurde bei diesem Anblick plötzlich sentimental: würde ich je in diese Straße zurückkehren, sprich:…ihn wiedersehen? Und was, wenn das die besten Vollkornbrötchen ever sind und ich würde sie zum ersten und gleichzeitig zum letzten Mal essen dürfen?! Ganz kurz hatte ich den Gedanken sie einfach einzufrieren…wie dämlich…als ob man einen schönen Moment konservieren könne, in dem man sich Brötchen auf’s TK-Lager legt.

Ständig hatte ich die Bilder der letzten Nacht vor mir…Kopfkino pur…ich spulte den ganzen Film immer wider zurück und sah ihn mir von vorne an: diese heftigen Küsse und die Lust auf viel mehr…wie gut er sich anfühlte und wie selbstlos er mich verwöhnt hatte mit den Händen und der Zunge bevor wir auf unterschiedliche Weise irre guten Sex hatten.

Plötzlich gab die Bäckertüte ein Glöckchenbimmeln von sich…mein Handy lag darunter. Es war meine Freundin…verdammt, fast hätte ich vergessen ein Lebenszeichen abzusetzen. ,,Lebst du noch???“ Du solltest dich melden und Entwarnung geben!“… ,,Ja, alles ok, es geht mir gut“ (tat es das?). ,,Wie war’s denn? Seht ihr euch wieder?“… ,,Es war leider gut und mehr weiß ich auch noch nicht. Ich muss mich erst einmal sortieren…ok? Aber danke, dass du an mich gedacht hast!“… ,,Ok, meld‘ dich, wenn die Dinge etwas klarer werden…denk an dich!“

Ich muss ja nicht unbedingt ins Detail gehen, wie ich während einer Autofahrt Nachrichten absenden konnte (mit dem heutigen Strafkatalog)…das geht eben nur, wenn man seeeeehr langsam fährt.

Doch egal wie man etwas in die Länge zieht…alles ist endlich…schon konnte ich die ersten Fassaden meiner Stadt erkennen…und da war auch  schon meine Abfahrt—plopp–die Blase ist geplatzt…welcome to reality. Manchmal hasst man das alltäglichen Anblick rund um das eigene Viertel. Als ich die Haustüre aufschloss hatte ich das Gefühl ewig lange weg gewesen zu sein…es lag nicht nur an der für eine Nacht üppig gepackten Reisetasche und dem eigenen Kissen…etwas in mir hoffte, es würde sich mit dieser Nacht alles ändern.

Ich warf mein Kissen auf’s Bett und startete den Kaffee-Vollautomaten…ich brauchte ganzdringend ein ausgiebiges Frühstück, schließlich hatte ich ja seit dem Raststätten-Snack nix mehr gegessen…und viel Kaffee, denn schliesslich hatte ich diese Nacht kein Auge zugemacht. Ich verzichtete auf eine Erinnerung in Form von verderblichen Lebensmitteln und beide Brötchen wurden aufgegessen…nun war ich wieder besser dran. Als nächstes wollte ich das Schlafdefizit ausgleichen. Tagsüber kann ich generell nicht schlafen…vielleicht mal 20 Minuten wegdösen…mehr ist nicht drin. Und mit den ganzen Gedanken, die mir durch den Kopf gingen, war da eh nix zu machen. Die Chemie hatte bei mir voll zugeschlagen: ich fühlte mich nach dem Sex total zu ihm hingezogen. Jetzt nur einen kühlen Kopf bewahren und nicht direkt mit Nachrichten nachhaken. Als ich auf dem Bett lag, ruhte mein Handy direkt neben mir. Ich würde mich nicht melden…aber falls er es tun würde wollte ich den Moment schliesslich nicht verpassen und bereit sein…nur noch 20%, sagt der Akku…also lieber noch mal kurz raus aus’m Bett und das Ladekabel holen. Zurück aufs Bett. Dann merkte ich, dass ich mich nicht mehr richtig frisch fühlte. Ich hatte auf der Fahrt noch das Bedürfnis, ihn nicht zu schnell von mir abzuwaschen, doch nun kippte das Gefühl und ich fühlte mich siffig…schliesslich wollte ich mich doch wohlfühlen während ich darauf wartete, dass er sich eventuell melden könnte. Wieder raus aus dem Bett und ab unter die Dusche… bequeme Sachen angezogen, mit denen man sich gut fühlt, am liebsten man selbst ist…und wieder auf die Decke. Das Handy war natürlich mit im Bad…nur für den Fall der Fälle.

Tatsächlich trat das ein, was eigentlich nie passiert wenn man darauf wartet: ich erhielt eine Nachricht von ihm:

,,Bist du gut angekommen? Das war richtig gut letzte Nacht!“

Jetzt nur nicht direkt antworten…das klingt sonst so gierig, als ob man die ganze Zeit nur darauf gewartet hätte.

,,Ja das war es…aber ich war nervös“…soll heißen: ich kann’s noch besser!

,,Das habe ich gemerkt…aber ich fand’s süß“

Und das war es auch schon fast mit dem postkoitalen Nachrichtenaustausch.

Am nächsten Tag fuhr ich mit Eltern und Kind nach Italien und nach einem ,,Gute Reise“-Gruß von ihm war der Kontakt eingestellt…

….vorerst………….

P.S den LKW oben habe ich auf der seeeehr langsamen Fahrt fotografiert….und ich war tatsächlich kurz von meinen Gedanken abgelenkt und man muss sich die Frage stellen: wie eilig können es die Kunden in diesem Fall noch haben?!

Mama hat ein Date

Das Internet ist für Mütter irre wichtig um Männer kennenzulernen. Keiner spricht eine Frau an, die ein Kind an der Hand hinter sich herzieht. Ein Kind bedeutet Familie und zu der gehört gewöhnlich ein Papa. Mama wird im Regelfall mit Papa zusammenleben und möchte daher nicht von fremden Männern angesprochen werden. Mütter werden in ihrem Alltag schlichtweg als mögliche Singles übersehen. Gut…ich würde auch keinen Vater mit Kind im Supermarkt ansprechen. Im Internet werde ich erst einmal nur als Frau wahrgenommen, nicht als Mum…ich kann selbst entscheiden, wann ich dann mein Kind ins Spiel bringe. Ganz übel finde ich es, wenn man die Bilder seiner Kinder mit ins Profil setzt…und das nicht nur im Ansatz. Es reicht doch, frühzeitig zu erwähnen, dass man eben kleine Anhängsel hat, dafür muss man doch nicht deren Privatsphäre auflösen?!

Manchmal werde ich gefragt ob ich einem Mann direkt zu Beginn der Kontaktaufnahme verklickere dass ich ein Kind habe, oder ob ich das eher verschweige.

Natürlich halte ich diese wirklich wichtige Information nicht zurück. Dafür ist sie zu elementar. Nach einmaliger Erfahrung erst einmal nichts zu erwähnen habe ich schnell gemerkt, dass es echt heftig schwer ist, so eine Bombe nachzulegen. Du findest den Absprung nicht mehr und je später du den Zeitpunkt dann wählst, um so dümmer ist es für beide. Man kann eine Katze vielleicht eine Weile verschweigen…aber das Kind…das ist wie lügen. Es fühlt sich zumindest so mies an.

Ich erwähne es immer direkt in den ersten paar Nachrichten…dann kann er überlegen, ob er es mit einer Mutter aufnehmen möchte. Bei der einen Ausnahme habe ich es Markus in einer völlig überfüllten Bar erzählt…was als Location gar nicht mal so schlecht gewählt war, denn er sah mich an, als hätte ich ihm das Ende der Welt vorausgesagt….und zwar für morgen! In der dichten Menge hätte er gar nicht umfallen können…aber zwischenzeitlich sah es so als, als würde er in Schieflage geraten. Es war dumm. Wenigstens am Anfang kann man doch in allem ehrlich sein.

Wenn man jetzt nicht gerade Anfang/Mitte 20 ist, wo die Themen noch leicht und fluffig sind, wie z.B ,,Was studierst du…? Wohnst du allein oder in einer WG (hoffentlich nicht, denn ich wohne schon in einer)?…worauf stehst du so beim Ausgehen?…Lieblingsclub?“ sondern eher Ende 30 wie ich, dann werden die Themen etwas ernster und verlieren an Leichtigkeit. Zuallererst klärt man den Beziehungsstatus…ledig, verheiratet, geschieden, getrennt lebend?…danach ob Kinder vorhanden sind…plus die Anzahl, Verteilung der Geschlechter, Alter. Im schlimmsten Fall leben beide noch zusammen, man sei sich aber einig sich zu trennen…natürlich verheiratet…dann darf man davon ausgehen, dass die Gattin noch nicht davon in Kenntnis gesetzt wurde, dass sich der scheinbar treue Ehemann bereits anderweitig orientiert. Wenn man auf Drama steht, kann bei so einer Konstellation viel erlebt werden…hatte ich auch schon mal. Im schlimmsten Fall zieht zu einem viel zu frühen Zeitpunkt in einer Beziehung ein verheirateter Ehemann bei einem ein, der von der Frau vor die Tür gesetzt wurde, nachdem sie seinen wahren Aufenthaltsort gecheckt hat, wenn er vorgab arbeitsbedingt unterwegs zu sein.

Ich bevorzuge natürlich ledige Männer…geschieden oder im Trennungsjahr geht aber auch. Dann weiß man, dass sie zu etwas Langfristigem bereit sind. Kinder sind willkommen, wenn sie sich einer neuen Freundin ihres Papas aufgeschlossen zeigen. Ich habe nichts gegen Patchwork…ich bin fast 38 Jahre alt und kann ziemlich sicher sagen, kein weiteres Kind mehr haben zu wollen. Eigentlich aus purem Egoismus : ich will nachts nicht mehr aufstehen, kann keine Babykost mehr sehen, will arbeiten und meinen Körper in einem kritischen Stadium kurz vor der VIER NULL nicht vorzeitig ruinieren..so einfach ist das. Ich begrüße aber süße Nachkommen meines potentiellen neuen hübschen Partners mit offenen Armen…wenn sie mich mögen, natürlich. Ausserdem kann ich meinen Sohn ja auf die Art vergesellschaften. Das wäre toll, denn von einer richtigen Familie träume ich ja schon…und ich bin ja auch noch ledig…irgendwie möchte ich dann ja auch mal heiraten…oder zumindest mal nett gefragt werden.

Meinem Sohn habe ich bisher noch kein Date vorgestellt. Er kennt mich nur mit seinem Vater…und die Erinnerung verblasst, denn er war knapp drei als wir gegangen sind. Wenn ein langfristiger Partner kommt, also ein Mann neben ihm, bin ich gespannt wie er es aufnehmen wird…ob er Mama teilen kann. Ich denke im Austausch gegen ein bisschen Fußball-Gekicke im Hof und ein Eis an der Ecke ginge das in Ordung. Sprich: mit ein wenig Zuwendung durch den neuen Mann könnte es klappen. Ich bin gespannt. Aber überstürzen will ich das auf keinen Fall. Denke, nichts verwirrt Kinder mehr als dass häufiger ein neuer Mann aus Mamas Schlafzimmer kommt.

Um das Thema etwas lockerer anzugehen, bzw. einem Interessenten mitzuteilen, dass man eben jemanden mitbringt, lotse ich das Thema in eine etwas befremdlichere Richtung, indem ich von einem Mitbewohner spreche. Bei solch einer Vorstellung fühlen sich Männer meist nicht mehr wohl. Sie lebt in einer WG?? Mit mindestens einem Mann?! Mit 37? Was stimmt da nicht? Kommune? Obwohl an dem Punkt ja noch über Textnachrichten kommuniziert wird, spürt man das Stocken im Redefluss. Dann löse ich auf…mein Mitbewohner sei knapp einen Meter groß und vier Jahre alt…und tatsächlich spürt man eine Erleichterung. Also erst schocken und dann zum ,,kleineren Übel“ runterfahren…..und wenn dein Kind für einen Mann kein Problem darstellt, dann ist das ja immer schon ein Indiz für ernste Absichten.

In fremden Betten…Erwachen in der Verbotenen Stadt (Teil IV)

Nein…er hatte mir kein Überbleibsel Remouladensauce vom Schenkel geleckt!

Ich war unnötig kurzfristig in Panik geraten…hatte mich glücklicherweise mit zig Schichten duftender Essenzen einbalsamiert in meiner Aufregung, dass ich mir quasi eine Art Versiegelung, ähnlich der einer Auto-Premium-Wäsche (inklusive Heisswachs) verpasst hab. Die Sauce ist also von mir abgeperlt und er hatte lediglich Lotion auf der Zunge geschmeckt. Das wäre mir sonst peinlich gewesen: ich will Bauchnabel abwärts nicht das Aroma von deftigen Gürkchen verbreiten.

Eigentlich bin ich kein Fan von erstem gemeinsamen Sex…ich bin sehr aufgeregt, wenn mich der Mann von Anfang an umhaut…ausserdem sind da so gewisse Spannungen und Fragen die noch im Raum stehen: sich das erste Mal nackt zeigen (ich lasse gerne den BH an, da weiß ich dass alles in jeder Situation an seinem Platz bleibt), die Sache mit der Verhütung (wann sollte man das Kondom mal ansprechen?), macht er auch was ich wirklich mag oder muss ich ihm alles erst einmal erklären? Beim zweiten Mal bin ich entspannter. Dann kann ich mich auch schon richtig darauf freuen.

Nun, er wusste von Anfang an was ich gern hatte. Es war die Art von Sex, die mich spontan Liebe verspüren ließ…was natürlich echt scheisse ist, wenn man nicht weiß ob es weitergeht. Ich fuhr ihm immer wider durch die schönen dunklen Haare…streifte über seinen sportlichen Köper…er hatte keine Brusthaare, dafür viel Muttermale…aber die störten mich nicht…er verstand es, sich auf eine Frau einzulassen und obwohl ich sehr nervös war, weil ich mich einfach gut präsentieren wollte, konnte ich es genießen. Als wir miteinander schliefen und er auf mir lag, pendelte ein silbernes Kreuz, dass er an einer Kette trug ständig vor meiner Nase…Kruzifixe machen mich sonst nicht nervös…aber beim Sex hatte ich jetzt das Gefühl, da steckte irgendeine Bedeutung dahinter…aber deren Analyse verschob ich auf später. Der Sex war wie der perfekte Paartanz: eine glatte 10-Punkte-Wertung bei Let’s Dance…inklusive der von Llambi…also eine Sensation. Vielleicht lag es an der guten Vorarbeit…wir hatten ja in vielen Nachrichten schon ziemlich detailverliebt beschrieben, was wir so miteinander machen wollten und an das Konzept haben wir uns gut gehalten. Manchmal läuft es eben von alleine. Ich finde es auch sehr höflich, wenn man sich beim Sex nicht anschweigt…man sollte dem Mann auch ruhig sagen, wenn sich etwas gut anfühlt…oder wenn er den Finger gern mal genau da auflegen könnte…vielleicht ist hier und da mal etwas Überwindung nötig um den Mund aufzumachen, aber mir macht es Spass und die Männer finden es toll, wenn man sie auch mal ein wenig anfeuert…verständlich. Zumindest kann der Blickkontakt mal gesucht werden wenn man ineinander verschlungen ist…ein genussvolles Lächeln von beiden finde ich oft schon heiss genug.

Ich blieb aufgrund der Strecke über Nacht. Es gab nach dem Sex keine weiteren Streicheleinheiten. Er meinte sogar, dass sei generell nicht so sein Ding…kuscheln..auch bei seiner Ex-Frau war das schon so. Das war erst mal ok für mich…manchmal bin ich auch nicht empfänglich für Berührungen, die nicht auf einen Orgasmus zusteuern.

Nun würde ich nicht sagen, dass ich auch bei ihm geschlafen habe. In dieser Nacht habe ich kein Auge zugemacht. So oder so bin ich schon kein guter Auswärtsschläfer und wenn ich dann nicht weiß wie der Mann neben mir künftig zu mir stehen wird, ist an Schlaf gar nicht mehr zu denken. So lag ich also wach…wenigstens hatte ich mein eigenes Kissen, ein wenig Gewohntes in der Fremde. Männer fallen ja generell 90 Sekunden nach dem Beischlaf ins Koma. Die scheinen sich die Frage wie es nun weitergeht erst am Folgetag zu stellen…beneidenswerte Fähigkeit. Ich schaute auf mein Handy….in exakt 5 Stunden würde ich mit ihm aufstehen (kann noch schlechter schlafen wenn ich weiß, dass die Nacht eh schon kurz ist). Früher hat man sich geküsst und war automatisch ein Paar. Das hat heute keine Aussagekraft mehr. Draußen hörte ich wie erst der Bäcker beliefert wurde…dann kam die schwäbische Müllabfuhr…und neben mir lag der hübsche Mann, für den die Welt immer noch die gleiche war. Meine hatte sich schon jetzt komplett verändert…ich spürte, dass ich ihn jetzt schon mochte…ich dachte an die Präriemaus…scheiss Chemie. Noch mal eine halbe Stunde später hörte ich einen mir unbekannten Weckton aus einem Handy…er stand sofort auf. ,,Guten Morgen…hast du gut geschlafen?“…ich log. Dann ging er ins Bad und kochte danach Kaffee in der Küche. Erst dann stand ich auf und zog mich hastig an. Als ich durch den Flur lief, fielen mir zum ersten Mal die vielen Bilder seiner beiden Kinder auf…ganz kurz kam in mir die Frage auf, ob ich sie jemals kennenlernen würde. Ich tadelte mich innerlich selbst dafür. Wie töricht zu glauben, man sei nach einer Nacht gleich ein halbes Familienmitglied.Wir saßen kurz ohne viel zu sprechen mit Tassen in der Hand am kleinen Küchentisch. Keiner wollte sich äußern oder fragen ob und wie es weitergehen könnte. Nach einem flüchtigen Kuss verabschiedeten wir uns an der Haustüre…ich ging mit meinem Kissen unter dem Arm noch zum Bäcker, holte mir Frühstück (ich konnte dort noch nichts essen), schaute noch ein letztes Mal auf das Haus (ob ich hierher noch einmal zurückkehren werde?) und trat die Heimreise an…ich fuhr  sehr langsam zurück…LKW’s überholten mich. Mein Kopf war voller Gedanken….

Wir würden uns wiedersehen…aber das sollte wieder eine ganze Weile dauern….

Einladung zum One-Night-Stand…Reise in die Verbotene Stadt…Teil III

-Von Präriewühlmäusen und Remouladensaucenresten-

Ich hatte mich also auf den Weg gemacht…70km lagen vor mir…Zeit genug um die Sache noch einmal kritisch zu betrachten: ich würde mich in knapp 58 Minuten laut Navi mit einem Mann, mit dem ich vor einigen Wochen lediglich ein Frühstück eingenommen hatte, direkt bei ihm in der Wohnung zum einvernehmlichen Sex treffen. So ein bisschen läuten da schon die Alarmglocken…nun ist es ja aber doch so, dass wir uns zumindest schon einmal getroffen haben. Manche gehen direkt am ersten Abend miteinander ins Bett…aus unterschiedlichen Motiven: Liebe auf den ersten Blick…oder zumindest Lust auf den ersten Blick…weil nichts in der Glotze läuft…man ausserdem vielleicht schon alles abgegrast hat, was der Tinder-Radius so hergibt. Wie schon mal erwähnt ist ein Frühstück die sicherste Zeit für eine erste Begegnung, wenn man nicht in Versuchung kommen möchte gleich miteinander ins Bett zu gehen…manche tun sich auch mit einem ,Nein‘ zu später Stunde und nach mehreren Gin Tonic eher schwer…und bei Tageslicht wird nichts beschönigt. Wir werden eben nun Sex beim zweiten Treffen haben…gut, wir überlassen es nicht dem Zufall…der Drops ist schon gelutscht…von daher meldet sich wohl die Moral von irgendwo ganz hinten. Würde mir eine Freundin einen derartigen Plan unterbreiten, sie bekäme von mir zu hören, dass der Typ sie nur für eine Nacht ausnutzen wird und dann hört sie weitere Wochen nichts mehr von ihm…bis er eben wieder Druck auf dem Schlauch verspürt. Ach ja und er solle gefälligst her kommen zum Vögeln…eine Frau, die für Sex auch noch Tankgeld opfert…wie würdelos. Ich wollte es sportlich sehen…er gefiel mir und manchmal ist der Spatz in der Hand eben besser als die Taube auf dem Dach…sprich: wenn man nicht den Mann ganz mit Herz und Verstand langfristig für sich einnehmen kann, dann sollte man den kurzzeitig heißen nackten Mann aber auch nicht von der Bettkante stoßen…sonst steht man ohne was da. Ich hörte die Lüge in meinen eigenen Worten. Gut, ich bin kein Typ für einmalige Sachen. Wie es nun auch wissenschaftlich bestätigt scheint, gibt es einen ungünstigen Hormon-Cocktail, der mich nach dem Sex emotionale Verbindung verspüren lässt…der unten aufgeführte Beitrag ist äußerst empfehlenswert für Damen, die sich ebenfalls fragen warum sie dem Idioten von letzter Nacht nachtrauern…oder für Hobby-Veterinäre, die sich für das eindrucksvolle Paarungsverhalten der Präriewühlmaus interessieren. Was für eine unglaubliche Parallel-Welt!

https://broadly.vice.com/de/article/59mmzq/wie-du-dein-gehirn-ueberlistest-um-sex-zu-haben-ohne-gefuehle-zu-entwickeln

Allerdings möchte ich hier mal klarstellen dass ich mich bestimmt nicht mit Kokain zudröhnen werde, nur um einen Mann vergessen zu machen.

Aber bleiben wir mal wissenschaftlich: Lukas hatte sich in unseren Nachrichten der letzten 24 Stunden als sexuell äußerst aufgeschlossen erwiesen…ich könnte noch was dazu lernen…dann wäre es so eine Art Exkursion…kein Fick-Date mehr…es gibt auch Menschen, die geben einen Arsch voll Geld für Tantra-Workshops ausgeben, um endlich mal gemeinsam zum Höhepunkt zu kommen. Natürlich kommt man irgendwann vor oder nach dem ersten Treffen auf das Thema Sex zu sprechen…und auch wenn die Versuchung oder die Langeweile groß scheint: bitte erst einmal den Mann in natura sehen, bevor man ihm detailverliebt beschriebt, wie man ihm bald einen blasen will. Das kann nämlich verdammt peinlich werden, wenn der imaginäre Sexgott in Fleisch und Blut übergeht und man sich eigentlich schon zum Begrüßungs-Kuss überwinden muss. Aber früher oder später kommt immer…meist unerwartet aus dem Schreib-Verlauf heraus vom Mann ein ,,Auf was stehst du so im Bett?“…oder ,,Wann hattest du zuletzt Sex?“…was für eine bescheuerte Frage!! Keine Frau der Welt würde darauf ehrlich antworten! Oder wie käme ein ,,Oh, eigentlich erst vorgestern…aber der Typ hat sich danach nicht mehr gemeldet. Also versuche ich ihn zu vergessen, in dem ich ganz schnell hier ’nen Neuen kennen lerne“ so an?

Würde man den sexuellen Lebenslauf jeden Mannes direkt für bare Münze nehmen, es wären durch die Bank durch nur noch Sexgötter mit prachtvollen Schwänzen am Start. Nur selbstlose Athleten, deren Goldmedaille die vollends befriedigte Frau bedeutet…er selbst stellt sich dabei komplett in den Hintergrund. „Bei mir kommt jede Frau“….ist so ein langweiliger  Standardsatz….die herausragendeste Visitenkarte war mal: „Ich bin so gut, meine Freundin bat mich, es wiederum ihrer Freundin zu besorgen, weil die schon lange keinen Sex mehr gehabt hätte.“

Immerhin hatte ich schon mal ein Foto seines besten Stückes gesehen…von daher sollte es schon mal keine böse Überraschung geben. Dachte ich noch so….dann unterbrach mich mein Navi…Stau in Kürze! What?!? Das geht jetzt nicht! Ich wollte in einer Stunde ausgezogen in seinem Bett liegen….Unfall, fuck…also für alle Beteiligten. Und dann hieß es auch schon anhalten. Ich begann mich umzusehen, was so in den Autos um mich herum los war. Ich mache das gerne…auch an Ampeln…Leute beobachten…ein wenig Einblick in ihren Moment bekommen, oder ich stelle mir vor, wie sie so sein könnten…das mache ich seit dem ich selbst mal weinend am Steuer saß (weil mir irgendwie alles zu viel war gerade). Ich weinte bittere Tränen (hilft mir aber auch Stress abzubauen)…an einer roten Ampel blickte ich kurz nach rechts und konnte sehen, wie mich eine Frau mitfühlend ansah. Was dachte sie wohl, als sie mich so dermaßen heulen sah? Wahrscheinlich dass ich gerade erfahren habe binnen der nächsten sechs Monate zu sterben, oder dass mich mein Mann verlassen hat…..oder ein lieber Mensch gestorben ist. Seit diesem Erlebniss frage ich mich oft, was sich unmittelbar in meiner Umgebung abspielt…denn auch wenn wir scheinbar alleine sind, befinden wir uns doch inmitten von anderen Persönlichkeiten und deren Geschichten.

Welche Päckchen führen wohl die anderen Autofahrer mit sich, die nun schon 20 Minuten mit mir am selben Fleck stehen? Jene die nicht in Begleitung unterwegs sind nutzen den ungewollten Stillstand um selbst einmal zum Stehen zu kommen. Meist sieht man ihnen an, dass sie intensiv an etwas denken….starrer Blick, wenig Lidschläge…Sorgen? Lange Autofahrten regen aufgrund mangelnder Alternativen zum Nachdenken an. Oft beobachte ich bei Paaren, dass die Frau als Beifahrerin sehr niedergeschlagen dreinblickt…liegt es daran, dass die beiden sehr früh aufstehen mussten um es von Kiel (Kennzeichen verraten viel…es gibt Orte da scheint alles übel zu sein, denn die Autofahrer sehen grundsätzlich unglücklicher aus als die mit anderen Kennzeichen.. wer beispielsweise einen glücklichen Dürener im Verkehr enrdeckt, der sollte sich nicht täuschen lassen: er folgt vielleicht nur einem Mietwagen von Hertz) bis hierher zu schaffen oder daran, dass sie mehr und mehr eine Aggressivität in sich aufsteigen spürt, wenn sie mit ihrem Partner auf engem Raum Zeit verbringen muss….und das schon länger?

Plötzlich stieg ein komisches Gefühl in mir auf…nur seine Herkunft konnte ich noch nicht lokalisieren. Aufgeregt war ich ja eh schon…hatte ich nun doch Hemmungen? Hielt der Stau mich gefangen, damit ich die ganze Aktion doch noch mal überdenken sollte? Nein….denn mein Magen meldete sich plötzlich vehementer: ich hatte unglaublichen Hunger. Vor lauter Vorbereitungen hatte ich komplett vergessen irgendwas zu essen. Und jetzt sank mein Blutzuckerspiegel rapide ab…so war ich nicht zu ausdauernden sexuellen Handlungen fähig….und da ich vermeiden wollte, gleich bei ihm mit den Worten „Was hast du denn so an Essen gebunkert?“ einzufallen, musste ich schnell handeln.

Es tat sich in unmittelbarer Nähe zum Glück eine Oase in Form eines Rasthofes auf. Nur noch wenige hundert Meter schleichen, dann konnte ich dem übelst zähen Verkehrsfluss erst einmal entrinnen….leider war ich nicht die zeigen, die eine Pause vom Stau einlegte….alle waren da.

Nachdem ich endlich einen Parkplatz hatte, ging’s erst einmal aufs überfüllte Bezahl-Klo (Frau ist eine Göttin, daher geht sie natürlich niemals nach einer langen Autofahrt direkt erstmal beim Mann pinkeln)…..dann ergatterte ich an der SB-Theke eines der letzten belegten Brötchen…schamlos überteuert natürlich…auf den Belag achtete ich gar nicht und ging damit zum Auto. Eine Scheibe Pute und ein gefühltes halbes Pfund Remouladensauce. Normalerweise würde ich so etwas niemals freiwillig essen, aber der Hunger trieb es in mich rein. Nach drei Bissen verlor ich die Kontrolle über dieses glitschige Ding und die Sauce suppte heraus…und tropfte direkt zwischen meine nackten Schenkel, kurz unterhalb der Rockkante…Iiiiehhhh, wie widerlich…die ganze Reinigungsprozedur war für die Katz‘. Ich wollte umgehend duschen…was natürlich nicht möglich war. Also musste ein Hände-Desinfektionstuch erstmal für ein besseres Gefühl sorgen.

Die einzige Aufmunterung in dieser Krise war der beinahe vollständig aufgelöste Stau…es dümpelte, dann rollte es plötzlich wieder flüssig.

„Ich bin jetzt zuhause und kann es kaum erwarten dich auszuziehen!“ las ich auf meinem Handy-Display……ok, jetzt lief es wieder…20 Minuten später verließ ich die Autobahn endgültig…..froh über meine Stunde Puffer für etwaige Notfälle, zuhause hätte ich es eh nicht länger ausgehalten.

Eine hübsche Gegend…ländliche Erscheinung, aber doch sehr zentral….mit U-Bahn-Anschluss!

Kurze Zeit später stand ich vor einem Altbau und suchte seinen Namen auf dem Klingelschild (manchen fällt in solchen Momenten erstmals auf, bisher nie den Nachnamen erfragt zu haben). Ich zögerte einen Augenblick, holte Luft…und betätigte den Knopf…der Türöffner wurde betätigt…ich stand im Treppenhaus. Jetzt nur nicht mit dem Übernachtungsgepäck die Treppen hochstürzen!

Ich musste in den ersten Stock…

Da stand er…noch attraktiver als beim Frühstück vor mittlerweile sechs Wochen…Wir umarmten uns kurz, denn schließlich hatte es bisher noch keinen Kuss gegeben, also fiel das zur Begrüßung weg.

Ich bekam eine kurze Führung durch die Wohnung. „Hier ist mein Schlafzimmer…aber das siehst du ja gleich eh…“, sagte er mit einem süffisanten Grinsen…Wow, und ich dachte echt mal, der sei schüchtern!

„Willst du was trinken?“….„Sehr gerne! Irgendwas Hartes!!“ Ich brauchte dringend was Starkes um ein wenig Ruhe und Gelassenheit ins Spiel zu bringen. Er servierte Gin Tonic und ich versuchte möglichst schnell genug davon zu kriegen, um lockerer zu werden. Eigentlich hasse ich es, sich mit einem Mann vor den Fernseher zu setzen…man will knutschen und keiner traut sich, und so schaut man stundenlang irgendeinen Scheiss an. Aber heute sollte es anders laufen: bereits nach wenigen Minuten nahm er mir das Glas aus der Hand und begann mich direkt leidenschaftlich zu küssen….und das konnte er schon mal richtig gut. Es machte uns so viel Spaß, dass ich ihm auch etwas heftiger an den Lippen knabberte….dann führte er mich mit einem vielsagenden Blick ins Schlafzimmer…

Er schob mir den Lederrock etwas nach oben und leckte über die Innenseite meines Oberschenkels….„Was schmeckt da so lecker würzig?“

Scheisse, ihm war ein Überbleibsel Remouladensauce untergekommen!!!

FORTSETZUNG FOLGT……

Mann meiner Träume…

67B33556-0A51-48B3-8E12-62D2E72ED366.jpegKönnt ihr auch irre realistisch träumen?

Diese Art von Träumen, in denen man intensiv mitfühlt, Angst hat, Panik schiebt…froh ist, wieder aufzuwachen. Wenn man so erschreckend realistisch geträumt hat, dass man erst einmal sortieren muss, was wirklich in diese Welt gehört und was sich das Unterbewusstsein ausgedacht hat. Meist sind es ja unschöne Erlebnisse, die in nächtlichen Hirn-Thrillern durchgespielt werden….nicht so bei mir!

Mein Innerstes Ich-selbst greift ganz schön tief in die Trickkiste für mich und versucht, mich unvergesslich schöne Szenen erleben zu lassen…in denen ich mich wohl nie wiederfinden würde…ich habe nämlich Promi-Sex!

Nun muss man dazu sagen, dass die Erinnerungen an meine Liebhaber aus solchen Gute-Nacht-Geschichten leider schnell verblassen…was natürlich sehr schade ist…aber so sind Träume eben…frei wie Gedanken nun mal…und zack-weg! Manchmal wache ich auf und bin ein wenig schockiert mit wem ich diese Nacht quasi interaktiv Sex hatte: also Jungs, die mich jetzt im Alltag und bei klarem Bewusstsein nicht jucken würden…da wäre z.B auf nationaler Ebene ein Til Schweiger…mit dem war’s lustig und entspannt…und spontan. Anziehend fand ich ihn sonst nie…ich sehe ihn eher als großes Kind…aber manchmal will man auch mal einen Lausbuben im Bett haben.

Auf internationalem Parkett hätten wir ganz Klischee-mäßig Brad Pitt…auch niemand, den ich sonst anschwärme, aber es war echt schön mit ihm…und ich bin froh, dass die gewohnte Synchronisation gleich mitgeliefert wurde, da ich seine deutsche Stimme auch sehr mag und mein Englisch möchte ich nicht mal aufs Bett reduziert auspacken müssen.

Das Besondere ist wie ich mitfühle in diesen Träumen:…ich habe nämlich tatsächlich Orgasmen beim Sex…und die sind sicher nicht nur geträumt, sondern die darf ich quasi mit rüber nehmen…aber so ganz sicher bin ich mir da nicht. Muss ich mal ein Forum suchen, indem man sich im Netz austauscht. Vielleicht haben sich schon ganze Fan-Clubs zusammen getan?

Wenn man im reellen Leben am Vorabend Sex hatte (also wenn der Sex im Alltag sonst rar ist)…dann beschäftigt einen das gerne mal über den Folgetag und man hängt seinen Gedanken nach. So geht’s mir eben auch nach solchen heftigen Traum-Nächten….großartig ist natürlich, wenn man mit einem Mann, nach dem man sich auch im wirklichen Leben die Finger ableckt, öfter mit einem ins Bett will…so kann ich mit ein wenig Stolz behaupten, dass ich es über die letzten Jahre zum einzigen dauerbesetzten Bond-Girl ohne vorzeitiges Ableben geschafft habe. Ich stehe nicht unbedingt auf blonde Männer…aber bei Daniel Craig werde ich schwach. Wir haben tolle Dates und ausgiebigen Sex im Anschluss…alles in traumhafter Kulisse. Alles fühle ich intensiv mit…und bin glücklich dass ich noch komme bevor der Wecker klingelt…um so frustrierender wenn ich es nicht schaffe! Dann hab ich den restlichen Tag schlechte Laune und stelle das Reden ein.

Letzte Nacht ist aber etwas passiert, was mich fast schon bewegt hat. Irgendwie gab es ein wenig Jump’n-Run-Action wie im Kino und plötzlich nahm er mich schützend in seine Arme…Daniel drückte mich fest an sein weißes, gestärktes und lässig durch zwei Knöpfe geöffnetes Hemd…ich fühlte mich sicher wie nie…und dann geschah etwas unglaubliches: ich konnte im Traum riechen!….ich saugte seinen Geruch auf…ein Wahnsinns-Herren-Parfum gepaart mit eignem Helden-Duft und war betört….ich ließ mich fallen wie noch nie…nicht mal in der Realität….

Ich nehme gerne Ratschläge von Traumdeutern an. Werde ich vielleicht den Richtigen daran erkennen, dass sein Geruch dem aus dem Traum gleicht? Nun wünsche ich allen eine geruhsame Nacht…mit unanständigen Träumen…also wer es mag!

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Übrigens hatte ich auch mal einen unangenehmen Traum, der mich nachhaltig beschäftigte: mir erschien mein angeblicher idealer Partner, meinen Seelenverwandten…der Eine unter Millionen…so wurde es mir auch im Traum von irgendwo her zugeflüstert….und wen erkannte ich? Steffen Henssler! Den TV-Koch….ich weiß nicht welches Missverständnis dafür verantwortlich ist…vielleicht vergibt auch die Schaltzentrale im Unterbewusstsein Praktikanten-Stellen, oder eine Datei wurde nicht vollständig geladen…aber damit kann ich nur schwer umgehen…und zappe seit dem einfach weiter wenn er im Fernsehen auftaucht…oder lege eine 007-DVD ein.

Einladung zum One-Night-Stand…Die Verbotene Stadt Teil II

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Also wachte ich am nächsten Morgen mit der Gewissheit auf, am selben Abend noch den ersten Sex mit einem gut aussehenden Mann zu haben. Direkt zum Beischlaf verabredet zu sein statt zu einem klassischen Date, ändert zwar nicht viel am Tagesablauf….aber es ist schon aufregender. An den Vorbereitungen ändert es nichts im Vergleich zu einem herkömmlichen Treffen, welches eben letzen Endes auch mit Intimität enden könnte. So verbrachte ich den Tag aufgeregt wie ein Kind am Weihnachtsmorgen, das zwar schon weiß welches Geschenk es am Abend zum Auspacken geben wird, aber die Vorfreude auf das Spiel einfach größer ist als eine unbekannte Überraschung.

Ich traf mich noch mit einer Freundin zum Mittagessen um ihr von meinem Date zu erzählen. Irgendjemandem musste ich ja davon erzählen. Ich wollte ein bisschen Zuspruch, dass die Idee nicht unüberlegt und fahrlässig doof war…sondern ein wenig Spass sei, den man sich mal gönnen sollte. Außerdem vereinbarten wir, dass ich mich bis zum Folgetag um 10.00 Uhr bei ihr melden würde…eine Art Sicherheitscode. Denn tatsächlich kam mir kurz der Gedanke, es könnte doch etwas Unerwartetes hinter seiner Haustüre auf mich warten…z.B. seine Kumpels in Erwartung eines Gang Bangs, eklig-perverse Vorlieben oder schlichtweg ein Küchenmesser. Also erhielt sie Name und Adresse falls ich kein Lebenszeichen mehr absenden konnte, weil ich vielleicht in einem Müllsack entsorgt im Neckar trieb…ich wollte der Mordkommission dann wenigstens ein wenig Arbeit abnehmen…und den Scheiß-Kerl nicht eventuell ungeschoren davon kommen lassen, weil er vielleicht den scheinbar perfekten Mord ablieferte…auch das ist eine Form von Safer Sex.

Der Abfahrt war natürlich eine ausführliche Prozedur im Bad vorausgegangen. Frau tut so einiges um sich auf anstehenden Sex vorzubereiten. Natürlich wird so kurzfristig wie möglich geduscht, um sich die Frische an allen beteiligten Körperstellen bestmöglich zu konservieren. Dann werden die Beine rasiert und anschließend das was sich dazwischen befindet. Man macht sich so allerhand Gedanken um alle mögliche, z.B. welche Intimfrisur beim ersten Sex vorgezeigt wird. Ob und wie viele Haare beim Ausziehen zu Tage kommen ist immerhin ein Statement und wirft auch die Frage auf, was dem Mann wohl gefällt. Mittlerweile erfrage ich dies gerne auch vorher. Männer freuen sich wenn man sie diesbezüglich mit einbezieht. Weniger ist auch hier immer mehr. Es fällt ihnen zwar nicht auf, wenn man beim Friseur mal mehr als nur die Spitzen fallen lässt und sich quasi einer Typveränderung unterzogen hat, aber wenn der stoppelige Busch mal Baby-Po-blank rasiert wird, dann bleibt für sie…überglücklich…mal eben kurz die Welt stehen. So einen Streifen stehen zu lassen finde ich hin und wieder auch mal ganz nett, aber ich ging auf Nummer sicher und entschied mich für unten-ohne. Hab‘ noch keinen Mann sagen hören, dass er so etwas nicht hübsch findet. Glatt ist schon geil. Ehrlich gesagt trage ich da unten gerne einen Gammel-Look…spontaner Sex mit mir…da muss man sich drauf einstellen, dass ich eher wenig repräsentabel aussehen kann…gut, von einem vollen Busch halte ich nichts. Aber im Alltag brauch ich es nicht dauerhaft glatt. Würde meine Haut auch gar nicht mitmachen…viel zu sensibel. Eigentlich mag ich auch keine Nass-Rasuren mehr…ich bevorzuge einen Bikini-Trimmer…außer wenn es wirklich wirken soll als wäre mir da noch nie ein Haar gewachsen. Frauen müssen am Anfang ja noch Göttinnen sein: keine überflüssigen Haare am Körper, keine Transpiration, keine Blähungen (Lärm-oder Geruchs-Belästigung) und keine Körperausscheidungen irgendwelcher Art (auch keine Periode)…ist idiotisch, aber wir versuchen es einfach, zu Beginn diese menschlichen Makel zu vertuschen…ich möchte auch einen größeren Toiletten-Gang nur zuhause tätigen und nicht beim Mann…ich brauche Zeit um mich derart irgendwo heimisch zu fühlen.

Ist man dann frisch gestutzt und hat man sichergestellt, nicht das eine lange Haar vergessen zu haben, das unglaublich peinlich aussieht und die perfekte Illusion zunichte machen würde (unbedingt unter gutem Licht checken und notfalls nachzupfen!!), wird das ganze noch hübsch duftend eingecremt. Ich schwöre nach der Intimrasur auf die gleiche Baby-Wund-Po-Creme mit der ich schon meinen Sohn vor unnötigen Blessuren geschützt habe…nur eben in einem anderen Bereich. Wenn man da nicht am Geld spart und die Gute von Weleda kauft, bleibt man vor Rötungen und Pickelchen nahezu verschont und außerdem mattiert es da unten alles sehr schön… darüber hinaus bewahrt es einen vor dem Wundwerden nach dem GV wenn man frisch rasiert ist und spendet einen natürlichen Ringelblumenduft, der auch abgeleckt wohl gut schmeckt…hab ich mir zumindest mal sagen lassen. Also landet das Ding zum ,Nachpudern‘ in der Handtasche und kommt mit.

Die Unterwäsche sollte für den Anlass auf jeden Fall ,Sex‘ und nicht ,Romantik‘ rufen…also Finger weg von Weiß-oder Nude-Tönen…Schwarz für den Anfang und Rot zum Vertiefen der Leidenschaft. Ich habe schon ewig lange ein Set Netz-Unterwäsche…aber so ist das mit Schwarz…es ist ein Klassiker…und ich liebe den Blick den die Männer reflektieren, wenn sie mich darin sehen…Netz schreit einfach ,ich will jetzt aufregenden Sex mit dir…nicht so eine Blümchen-Nummer‘. Gut, wenn ein BH mal über zehn Jahre im Besitz ist, merkt man leider, dass sich der Inhalt darin verändert und die Träger häufiger nachjustiert werden müssen…aber was soll’s…ich höre erst auf ihn zu tragen wenn die gewünschte Wirkung nachläßt.

Und für Drüber muss es eben was sein, dass nicht im Weg ist…keine aufwendigen Verschlüsse, Haken und Ösen…keine unpassenden Schnitte…ich hab mal bei einem Date mit anschließendem Ausziehen ein dermaßen enges Kleid getragen (neue Kleider erst ein mal Probetragen zuhause!!!), dass ich alleine nach einem üppigen Abendessen gar nicht mehr herauskam. Mein Begleiter musste es mir nicht ganz schmerzfrei über den Kopf ziehen…eine entwürdigende Prozedur: den BH schob er nämlich unbeabsichtigt direkt mit nach oben und mein komplettes Make-up blieb ebenfalls im Kleid hängen (gut dass ich kurze Haare habe…da geht nicht viel kaputt). Unerotischer kann man sich nicht seiner Kleidung entledigen…beide waren wir erschöpft, als ich mit halb zurechtgezupftem BH und roten Striemen und er peinlich berührt, nebeneinander auf dem Bett saßen…aber wenigstens konnten wir darüber lachen…anders geht es nicht, sonst ist die Funkstille danach vorprogrammiert und du wirst als Freak abgehakt. So kannst du wenigstens bekräftigen dass du ein kompletter Idiot warst zu glauben, aus so einem engen Stück Stoff selbstständig einen Ausweg zu finden…und für mich beschloss ich damals künftig immer General-Proben für Dates in neuen Outfits einzuplanen. Das Kleid habe ich nie wieder getragen…wenn ich mal wieder Teil einer langfristigen Beziehung bin grabe ich es wieder aus den Tiefen meines Schranks hervor. Wenn ein Mann erst einmal den Geruch deines Toilettengangs einatmen musste nachdem er nach dir das Bad betritt und später den benutzen Tampon im Müll entdeckt…dann kannst du ihn auch ungeniert den engen Fetzen vom Leib zerren lassen…vielleicht stellst ihm ja Sex in Aussicht damit er es tut…das erhöht vielleicht den Reiz.

Generell sollten Kleidungsstücke beim ersten Date der Einfachheit halber nur mit Klettverschlüssen zusammengehalten werden. Erst abschätzen zu müssen wieviele Knöpfe geöffnet werden müssen um dem Mann das Hemd über den Kopf ziehen zu können ohne schmerzhaft an der Nase hängen zu bleiben…und dann der Gürtel! Männer, tragt bitte keine Gürtel mehr…ich finde es peinlich immer an der selben Hürde zu scheitern. Das Gefummel am Gürtel (es gibt ja echt viele unterschiedliche Verschlüsse) ist echt ein Lustkiller…letztendlich müsst ihr doch immer wieder helfend eingreifen. Irgendwann hatte ich fast schon Panik vor diesem Moment: das Versagen beim Öffnen der Hose. Also ließ ich es irgendwann ganz sein… ,,Los, zieh‘ dich aus!“ zu sagen kommt bei euch auch gut an…und ich muss mir keine Strategie überlegen.

Also zog ich einen kurzen schwarzen Lederrock und ein Oversize-Top über meinen einbalsamierten parfümierten Körper und packte meinen Kultur-Beutel in meinen Weekender…schliesslich würde ich aufgrund der Strecke über Nacht bleiben…und auch wenn es vielleicht für nen Gastgeber doof aussehen mag aber ich bringe immer mein eigenes Kissen mit. Das Einschlafen bei einem mir fast Unbekannten würde mir eh schon Probleme machen, da will ich wenigstens meine gewohnte Kopfposition einnehmen können um es halbwegs angenehm zu haben. ich bin kein guter Auswärtsschlafer und in einer ersten Nacht mit einem Mann kann ich eh nicht schlafen…da geht mir zu viel durch den Kopf.

…ich nahm meine Tasche und verließ die Wohnung…warm war es mittlerweile geworden…noch einmal zur Tankstelle und dann los…mein Herz klopfte plötzlich wild los…….

FORTSETZUNG FOLGT…..